Amphibienwanderung startet – Hardhofweg voraussichtlich ab 21. Februar gesperrt

Mit verschiedenen Maßnahmen wie z.B. der nächtlichen Sperrung des Hardhofweges werden die bedrohten Amphibien geschützt. 

Die Anzeichen gehen in Richtung Frühling, das heißt auch, dass die Amphibien sich wieder setzen. Wie jedes Jahr plant die Stadt zu deren Schutz die nächtliche Sperrung des Hardhofweges. Gemäß der Wettervorhersage startet die Sperrung voraussichtlich ab Samstagabend, den 21. Februar. Die Verkehrsteilnehmenden werden gebeten, auf die Beschilderung zu achten.
 
Amphibien haben keinen guten Stand. Nahezu alle in Deutschland vorkommenden 21 Arten sind in ihrem Bestand gefährdet. Durch den Verlust und die Zerschneidung ihrer natürlichen Lebensräume sowie den Klimawandel sind Amphibien besonders gefährdet. Die Intensivierung der Landwirtschaft, Flächenverbrauch und Trockenlegung von Gewässern bedrohen die Populationen. Da menschliche Nutzungen die Hauptursache für den Amphibienrückgang sind, sollten sich diese auch im besonderen Maß verantwortlich fühlen, zum Schutz der Tiere und ihrer verbliebenen Lebensräume beizutragen.
 
Besonders gefährdet sind Amphibien bei der Wanderung zwischen Landlebensraum und Laichgewässer, zu denen diese bei steigenden Temperaturen wandern. Dieses Schauspiel ist für Frösche, Kröten und Molche mit großen Gefahren verbunden, insbesondere bei der nächtlichen Querung von Straßen und Wegen. Der Fahrzeugverkehr bedeutet für viele paarungswillige Tiere den sicheren Tod.

Ehrenamtliche retten Amphibien

Zahlreiche Freiwillige sind nun nachts zum Schutz der Tiere unterwegs, um unter teilweise nicht unbeträchtlichen Gefahren die Amphibien von der Straße zu retten und den Tieren und damit der gesamten Population das Überleben zu sichern. Mit diesem unermüdlichen Einsatz leisten die Ehrenamtlichen einen großen Beitrag. Im Bereich der Großen Kreisstadt Mosbach muss insbesondere an folgenden Strecken mit wandernden Tieren und einem verstärkten Einsatz der Helfenden gerechnet werden: L 525 zwischen Mosbach und Sattelbach und L 598 von der Abzweigung der L 525 bis nach Lohrbach.

Sperrung des Hardhofweges

Wie jedes Jahr schützt die Stadt Mosbach zudem mit einer Sperrung die Wanderroute der im Hardhofsee laichenden Tiere. Gesperrt werden die Schorre sowie der Hardhofweg zwischen der Einfahrt zum Hardhof und der Abzweigung zur Waldsteige. Damit ist die direkte Verbindung zwischen Neckarzimmern bzw. Waldsteige West und der Hardhofsiedlung zeitlich aufgehoben, d.h., die Autofahrenden müssen nachts über die B 27 ausweichen. Gesperrt ist die Strecke abends ab 18:30 Uhr bis 5 Uhr morgens. Bei Eintritt der Sommerzeit, wenn die Tage länger werden, wird die abendliche Sperrzeit auf 20 Uhr verschoben. Die Stadtverwaltung bittet darüber hinaus um Beachtung der bestehenden Sperrung am Knotenpunkt Hardhofweg und Allfelder Weg, die voraussichtlich bis zum 8. März gilt. Verkehrsteilnehmende werden gebeten, auf die Beschilderung zu achten, um rechtzeitig eine Ausweichroute über die B 27 einschlagen zu können. Auf die nächtliche Sperrung wird großräumig und frühzeitig hingewiesen.  
 
Da diese Aktion in den Vorjahren stets reibungslos verlief, hofft die Stadtverwaltung, dass die Maßnahme auch diesjährig wieder von allen Autofahrenden und vor allem von den am stärksten betroffenen Bewohner*innen des Hardhofes und den Mitarbeitenden der Firmen Resideo - Ademco 1 GmbH und INAST mit großem Verständnis akzeptiert und mitgetragen wird.

Auch Barotrauma ist tödlich

Als wechselwarme Tiere weichen Frösche, Lurche und Kröten den Autos nachts nicht aus, da sie die Restwärme genießen, die sich über den Tag im Asphalt der Straße gespeichert hat. Je kälter die Nacht wird, desto langsamer sind zudem ihre Bewegungen. Tödlich ist nicht nur direktes Überfahren – auch bei zu schnellem Überfahren ohne Reifenkontakt kommen viele Tiere durch das sogenannte Barotrauma um. Infolge der schnellen Druckveränderung platzen die empfindlichen Lungen der Amphibien – schon bei Geschwindigkeiten über 30 km/h. Daher gilt der Appell, in der Zeit der Amphibienwanderungen auf allen Straßen, in deren Nähe sich ein Bachlauf, See oder Feuchtgebiet befindet, vorsichtig und vor allem langsam zu fahren. Die Wanderung kann sich je nach Witterungsverhältnissen bis Ende April - Anfang Mai ziehen.

(Erstellt am 18. Februar 2026)