Gedenkfeier anlässlich der Reichspogromnacht – Vortrag zum Mosbacher Kaufmann Julius Held

Einladung zur Gedenkfeier anlässlich der Reichspogromnacht am 10. November 1938 und zum anschließenden Vortrag zum Mosbacher Flüchtling Julius Held.

Historische Archivaufnahme: In den 30er Jahren wurden auf dem Mosbacher Marktplatz Bücher verbrannt.  ©Stadt Mosbach

Historische Archivaufnahme: In den 30er Jahren wurden auf dem Mosbacher Marktplatz Bücher verbrannt.  ©Stadt Mosbach

Tiefe historische Einblicke

Am Dienstag, den 10. November 2026, um 17:30 Uhr, findet auf dem Synagogenplatz die alljährliche Gedenkfeier anlässlich der Reichspogromnacht 1938 in Mosbach statt. Diese Veranstaltung erinnert an das Leid der jüdischen Mitbürger*innen Mosbachs während der Zeit des Nationalsozialismus. 


Eröffnet wird die Gedenkfeier mit dem Stück „Schindlers Liste″ von John Williams, vorgetragen von Marie Elena Funk und Jessica Erhard von der Musikschule Mosbach. Nach der darauffolgenden Begrüßung durch Oberbürgermeister Julian Stipp folgt eine szenische Lesung mit dem Titel "Familie Levita - die Zerstörung einer bürgerlichen Existenz". Diese bietet tiefere Einblicke in das Leben der jüdischen Familie Levita in Mosbach, die ab 1910 eine Schreinereibedarfshandlung in der Altstadt führten. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde das Warenlager des alteingesessenen Betriebs vollkommen vernichtet. Die Familie Levita musste das Geschäft daraufhin aufgeben. Zitate von Zeitzeugen zeichnen ein bewegendes Bild der Geschehnisse während der Reichspogromnacht und danach.

Im Anschluss an die Lesung findet die Kranzniederlegung statt – ein Zeichen des tiefen Respekts und des Gedenkens an die Opfer der Reichspogromnacht. Diese stille Geste der Erinnerung ehrt das Andenken der einstigen jüdischen Gemeinde und betont die Wichtigkeit, sich auch heute noch aktiv gegen Antisemitismus und Diskriminierung jeder Art einzusetzen.

Den Abschluss der Gedenkfeier auf dem Synagogenplatz gestalten die beiden Musikerinnen von der Musikschule Mosbach mit dem Stück „Andante Serioso″ von Shetlands Nelson.

Vortrag zu Julius Held

Im Anschluss findet im Rathaussaal ein Vortrag von Arno Huth zu Julius Held und zur Einweihung des Synagogenplatzes vor 40 Jahren statt. Julius Held stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Mosbach. 1934 floh er vor der Nazi-Herrschaft in Deutschland und emigrierte in die USA. Der Vortrag würdigt unter anderem seine maßgebliche Beteiligung an der Gestaltung des Synagogenplatzes in Mosbach – der Gedenkstätte an der Stelle der Synagoge, die 1938 in der Reichspogromnacht zerstört wurde. Der Synagogenplatz wurde 1986 eingeweiht.

Alle Bürgerinnen und Bürger sowie Interessierte sind herzlich zu der Gedenkfeier und dem anschließenden Vortrag eingeladen.

(Erstellt am 27. Oktober 2026)