Mosbacher Start-Up FlexiTranz entwickelt neue Methoden für die Energiewende
Gemeinsam mit Wirtschaftsförderer, Energieberater und Gebäudemanagement-Leiterin stattet OB Stipp dem Start-Up FlexiTranz einen Besuch ab.
Wie kann der Weg zu einer klimaneutralen und zugleich wirtschaftlichen Energieversorgung gelingen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die in Mosbach ansässige Energiekonzepte FlexiTranz GmbH. Oberbürgermeister Julian Stipp besuchte das Unternehmen gemeinsam mit Wirtschaftsförderer Fabian Weiß, Juliane Knapp, Amtsleiterin Gebäudemanagement, und dem städtischen Energiebeauftragten Ahmet Turhan, um sich über die entwickelten Methoden und deren mögliche Einsatzbereiche für Städte, Gemeinden und Energieversorger zu informieren.
Gegründet wurde das Unternehmen Anfang des Jahres von Dr.-Ing. Fabian Roos, der Firmensitz ist am Badischen Hof in Neckarelz. „Ich empfinde es als wirkliche Bereicherung, dass junge Menschen in diesen herausfordernden Zeiten den Schritt in die Selbständigkeit wagen und den Mut beweisen, in Zukunftsthemen wie Klimaneutralität zu investieren“, freute sich OB Stipp über das StartUp.
Hintergrund
Grundlage der Arbeit bilden Simulations- und Optimierungsmethoden, die im Rahmen der Forschung von Roos an der Universität der Bundeswehr München entwickelt wurden. Ziel ist es, Kommunen dabei zu unterstützen, langfristige Entscheidungen für die Energieversorgung auf einer fundierten und transparenten Datengrundlage zu treffen. Die Herausforderungen der Energiewende gehen dabei weit über die kommunale Wärmeplanung hinaus. Das Energiesystem der Zukunft wird aus einer Vielzahl unterschiedlicher Technologien bestehen – darunter Photovoltaik, Windenergie, Wärmepumpen, thermische und chemische Speicher sowie verschiedene Energiekonversionsverfahren. Entscheidend ist nicht die einzelne Technologie, sondern deren optimale Kombination und Dimensionierung.
Genau hier setzt die von Dr.-Ing. Roos entwickelte Methodik an. Mithilfe einer besonders schnellen Simulationsumgebung können nahezu alle technisch sinnvollen Systemkonfigurationen berechnet und hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit sowie ihres erreichbaren Autarkiegrades bewertet werden. Dabei zeigt sich, dass es nicht die eine optimale Lösung gibt. Vielmehr existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Energiesysteme, die hinsichtlich Kosten und Autarkie sehr nahe beieinanderliegen. Dadurch erhalten Städte und Gemeinden die Möglichkeit, ihren eigenen Weg zur klimaneutralen Energieversorgung zu wählen. Voraussetzung ist jedoch, dass die einzelnen Erzeugungs-, Speicher- und Konversionstechnologien sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Die Ergebnisse stellt FlexiTranz in einem übersichtlichen Ergebnisraum dar, der auf einen Blick zeigt, welche Lösungen technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll sind. Dadurch wird der Weg hin zu einer regenerativen und resilienten Energieversorgung nachvollziehbar. Kommunen und Energieversorger können untersuchen, welche Auswirkungen unterschiedliche Technologien, veränderte Energiepreise oder politische Rahmenbedingungen auf die zukünftige Energieversorgung haben. Ebenso lässt sich transparent darstellen, welche Rolle beispielsweise Windenergie, Speicher oder andere Technologien für die langfristige Entwicklung eines Energiesystems spielen.
Mit der Gründung der Energiekonzepte FlexiTranz GmbH werden diese wissenschaftlichen Erkenntnisse nun in die Praxis übertragen. Das Unternehmen möchte Städte, Gemeinden und Energieversorger dabei unterstützen, die Energiewende nicht nur umzusetzen, sondern die unterschiedlichen Handlungsoptionen verständlich zu machen und fundierte Entscheidungen für eine wirtschaftliche, resiliente und klimaneutrale Energieversorgung zu treffen. Dr.-Ing. Fabian Roos ist überzeugt: „Die Energiewende wird nicht günstig – sie ist aber machbar. Eine vollständig regenerative Energieversorgung ist auch in Deutschland möglich. Entscheidend ist, von Anfang an ein schlüssiges Gesamtkonzept zu verfolgen. Fehlt dieses, kann die Energiewende unnötig teuer werden. Genau dabei helfen unsere Methoden.“



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