Workshop der Stadt Mosbach zeigt, wie Bewegung die Selbstregulation im Schulalltag fördern kann

Workshop in Mosbach: Erfahren Sie, wie Bewegung und einfache Übungen die Konzentration und Selbstregulation von Kindern im Schulalltag gezielt fördern.

Bewegung im Klassenzimmer: Bei einem Workshop der Stadt Mosbach probierten die Teilnehmenden praktische Übungen und Reaktionsspiele aus, um Konzentration und Selbstregulation bei Kindern spielerisch zu fördern. ©Stadt Mosbach

Bewegung im Klassenzimmer: Bei einem Workshop der Stadt Mosbach probierten die Teilnehmenden praktische Übungen und Reaktionsspiele aus, um Konzentration und Selbstregulation bei Kindern spielerisch zu fördern. ©Stadt Mosbach

Wie können Kinder lernen, sich besser zu konzentrieren, ihre Impulse zu kontrollieren und flexibel auf neue Situationen zu reagieren? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden eines kostenfreien Workshops der Stadt Mosbach am Mittwoch, 7. Oktober. Unter der Leitung von Jennifer Amend-Groß, Gesundheitsmanagerin der Stadt Mosbach, standen die sogenannten exekutiven Funktionen und ihre Förderung im Schulalltag im Mittelpunkt. Die Veranstaltung fand im Rahmen des schulischen Gesundheitsmanagements statt.

Spielerisch lernen durch Bewegung

Exekutive Funktionen sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen und die Bewältigung alltäglicher Herausforderungen. Dazu zählen das Arbeitsgedächtnis, die Inhibition – also die Fähigkeit, Impulse zu kontrollieren – und die kognitive Flexibilität. Sind diese Fähigkeiten noch nicht ausreichend entwickelt, fällt es Kindern beispielsweise schwerer, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, Arbeitsaufträge im Gedächtnis zu behalten oder mehrteilige Aufgaben selbstständig zu Ende zu führen.

Nach einer theoretischen Einführung lag der Schwerpunkt des Workshops auf der praktischen Umsetzung. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Möglichkeiten kennen, wie sich exekutive Funktionen durch Bewegung gezielt und spielerisch fördern lassen. Bewegungspausen, Reaktionsspiele, Rhythmusübungen und kleine Bewegungsaufträge können ohne großen Aufwand in den Unterricht oder den Betreuungsalltag integriert werden. Auch ein bewegtes „Halli Galli“ wurde gemeinsam ausprobiert.

„Gerade kurze und unkomplizierte Bewegungsangebote können im Schulalltag viel bewirken. Es geht nicht darum, zusätzlichen Unterricht zu schaffen, sondern Bewegung gezielt als Möglichkeit zu nutzen, Aufmerksamkeit, Selbstregulation und Konzentration zu unterstützen“, erklärte Jennifer Amend-Groß.

Bewusster Umgang mit Medien und den eigenen Fähigkeiten

Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, wie sich die Übungen in den jeweiligen Schul- und Betreuungsalltag übertragen lassen. Gemeinsam überlegten die Teilnehmenden, wo Bewegungsangebote sinnvoll eingesetzt werden können, welche Spiele sich unmittelbar umsetzen lassen und wie Kinder selbst an der Gestaltung beteiligt werden können.

Auch der Zusammenhang zwischen digitalen Medien und Selbstregulation wurde thematisiert. Dabei ging es darum, Kinder für einen bewussten Medienkonsum zu sensibilisieren und gemeinsam Regeln für eine gesunde Mediennutzung zu entwickeln.

Als wichtige Anregung für den Alltag nahmen die Teilnehmenden mit, bewusst eine „Brille“ für exekutive Funktionen aufzusetzen. Denn viele Fähigkeiten, die im Alltag selbstverständlich erscheinen, beruhen auf diesen grundlegenden Denk- und Steuerungsprozessen: sich zu konzentrieren, einen Impuls zurückzuhalten, einen Plan zu verfolgen oder flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Wer diese Zusammenhänge bewusst wahrnimmt, kann gezielter erkennen, wann solche Fähigkeiten gefordert sind und wie sie gestärkt werden können.
Der Workshop richtete sich an alle, die den Schulalltag mitgestalten. Er verband fachliche Informationen mit zahlreichen praktischen Übungen und konkreten Anregungen für Schule, Betreuung und Freizeit.

(Erstellt am 17. Oktober 2026)