Reichenbucher Gemeindearchiv ab sofort für Öffentlichkeit nutzbar

Entdecken Sie die Geschichte von Reichenbuch: Das neue Findbuch im Stadtarchiv Mosbach erschließt über 700 Akten und Dokumente aus den Jahren 1792 bis 1976. Jetzt online recherchieren und Einsichtstermin im Technischen Rathaus vereinbaren.

Verschiedene Archivalien aus dem Gemeindearchiv Reichenbuch: Kriegskostenrechnung von 1792, Akte zum Neubau eines Schulhauses aus den Jahren 1836 bis 1841, Lageplan zur Wasserleitung durch den Wald Michelherd. ©Stadt Mosbach

Verschiedene Archivalien aus dem Gemeindearchiv Reichenbuch: Kriegskostenrechnung von 1792, Akte zum Neubau eines Schulhauses aus den Jahren 1836 bis 1841, Lageplan zur Wasserleitung durch den Wald Michelherd. ©Stadt Mosbach

Ab sofort können interessierte Bürgerinnen und Bürger die Unterlagen der ehemals selbstständigen Gemeinde Reichenbuch im Mosbacher Stadtarchiv einsehen. Nachdem in den vergangenen Jahren die Archivalien aus der Verwaltungsstelle Reichenbuch in das Archivmagazin im Technischen Rathaus Mosbach gebracht wurden, liegt nun das fertige Findbuch vor. Stadtarchivarin Martina Rantasa hat ca. 700 Akten, Amtsbücher, Rechnungsbücher und Karten geordnet, verzeichnet und sachgerecht verpackt.

Das Gemeindearchiv Reichenbuch, als Bestand G 4 im Stadtarchiv Mosbach geführt, umfasst die Jahre 1792 bis 1976, endet also erst nach der Eingemeindung in die Stadt Mosbach im Jahr 1972. Der größte Teil der Archivalien stammt aus dem 19 und 20. Jahrhundert. Inhaltlich zeigt sich die gesamte Bandbreite einer kleinen Kommunalverwaltung.

Öffnungszeiten und Online-Findbuch

Das Stadtarchiv Mosbach befindet sich im dritten Obergeschoss des Technischen Rathauses, Unterm Haubenstein 2, und ist montags von 14 bis 18 Uhr sowie dienstags bis donnerstags von 8 Uhr 30 bis 12 Uhr 30 telefonisch unter 06261 82459 erreichbar, die Mailadresse lautetarchiv@mosbach.de.

Eine Nutzung der Unterlagen ist nach Voranmeldung möglich. Interessiere Bürgerinnen und Bürger können gerne im Onlinefindbuch des Stadtarchivs unter www.stadtarchiv-mosbach.findbuch.net recherchieren.


Aus dem Bereich des Forstwesens findet man in größerer Zahl Akten zur Bewirtschaftung des Gemeindewaldes beginnend in den 1820er Jahren. Ratsprotokolle sind ab 1866 lückenlos überliefert, Zentrechnungen ab 1836 sowie Gemeinderechnungen ab 1814. Schulpfründefondsrechnungen liegen von 1889 bis 1940 vor. Auch das Feuerlöschwesen ist ab dem Ende des 19. Jahrhunderts archivalisch fassbar. Der Neubau der Reichenbucher Volksschule in den 1960er Jahren ist mit Akten und Plänen gut dokumentiert.

Früher hieß es "Richartebuch"

Reichenbuch wird 1330 als „Richartebuch“ erstmals erwähnt. Der Ort lag 1504 im Mosbacher Zentbezirk, war allerdings bei Orts- und Grundherrschaft zur anderen Neckarseite orientiert. 1369 gehörten zwei Drittel der Ortsobrigkeit zur Minneburg, ein Drittel den Herren von Daisbach. Um 1802 bis 1803 ging die Zenthoheit an die Fürsten von Leiningen über, die Ortshoheit dagegen an Baden. In Folge der Rheinbundakte 1806 erlangte das zum Großherzogtum aufgestiegene Baden auch die Zenthoheit. 1813 wurde Reichenbuch vom Amt Neckarschwarzach zum Amt Mosbach umgegliedert. Kirchlich zählte der Ort zu Neckargerach.