Englischer Rasen ist der Insektentod - Tag der Biodiversität

Insektenbestände nehmen dramatisch ab - über Jahre hatten Monokulturen, blitzblanke Rasenflächen und exotische Zierpflanzen sowie Versiegelung die Oberhand. Ein Umdenken ist erforderlich.

Naturnahe Wiese, (c) Stadt Mosbach

Der internationale Tag der Artenvielfalt erinnert jedes Jahr am 22. Mai daran, wie wertvoll und fragil die Artenvielfalt ist. Der Aktionstag wurde 2001 von den Vereinten Nationen eingeführt, die bereits am 22. Mai 1992 ein Übereinkommen über die biologische Vielfalt verabschiedet hatten. Bis heute wurde es von mehr als 190 Staaten ratifiziert. Die Weltgemeinschaft setzt sich im Rahmen dieses Übereinkommens regelmäßig Ziele, um den Erhalt der biologischen Vielfalt, ihre nachhaltige Nutzung und gerechte Verteilung des Nutzens zu fördern.

Der Schutz von Arten, Lebensräumen und genetischer Vielfalt braucht weltweit viel stärkere Anstrengungen, denn trotz zahlreichen Bemühungen ist der weltweite Verlust der Biodiversität alarmierend. Der 22. Mai soll daher jährlich daran erinnern, dass es unerlässlich ist, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um weltweit die Zerstörung der Natur aufzuhalten.

Was aber kann man selbst im eigenen Garten für mehr Artenvielfalt tun?

Hier sind einige Tipps:
- Selten Rasen mähen ("Mähfreier Mai"), Blühstreifen stehen lassen
- Wildkräuter zulassen oder bewusst einsäen (dabei auf regionales Saatgut in Bio-Qualität achten)
- Einheimische Pflanzen wie der Gewöhnliche Natternkopf und Kriechende Günsel statt gezüchtete Zierpflanzen, die für Insekten und Bienen nutzlos sind
- Pflanzenstängel stehen lassen - sie dienen den Insekten als Nistplatz und zur Überwinterung
- Wilde Ecken mit Totholz, Laubhaufen und Steinhaufen schaffen
- Einer großen Vielfalt an einheimischen Wildkräutern, Stauden und Gehölzen Raum geben
- Boden nicht überdüngen
- Auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten
- Torffreie Erde verwenden
Und zu guter Letzt: Naturnahe Grünflächen benötigen langfristig weniger Pflege. Das spart Zeit und Arbeit und ist gute für die Umwelt.

Wer sich dafür interessiert, was wir tun können, um die Lebensräume der Wildbienen zu schützen, erfährt dazu Wissenswertes in einem Online-Vortrag am 6. Juni.
Wer sich Inspiration für den eigenen Garten holen möchte, ist eingeladen, die "Natur nah dran"-Flächen (u.a. im Stadtpark, beim APG, NKG, in der Waldstadt) der Stadt Mosbach zu besuchen. Bei dem Projekt des Landes B-W und des Nabu erhalten Städte Unterstützung, wenn sie Grünflächen mit Wildpflanzen in insektenfreundliche Blumenwiesen und Säume verwandeln.
Auch interessant: Aktion „Jede Wiese zählt!“ vom Netzwerk Nachbarschaft.