6 neue Busse für Mosbach

Die Rhein-Neckar-Bus GmbH investiert in ihren Fahrzeugpark. Am Montag wurden auf dem Mosbacher Marktplatz sechs neue Omnibusse vorgestellt.

Pfeil 28.02.2011 11:58

Das dürfen die Busfahrer der „Rhein-Neckar-Bus“ nicht alle Tage: Durch die Fußgängerzone Mosbachs den Marktplatz ansteuern und eindrucksvoll in Reih und Glied parken. „Sie riskieren nicht einmal einen Strafzettel“, lachte Dr. Alexander Pischon, Geschäftsführer der Rhein-Neckar-Bus (BRN). Denn es sind nicht irgendwelche Busse, sondern sechse neue, die da im Sonnenlicht vor dem Rathaus vor sich hin glänzten. Da die Hausfarbe der Konzernmutter Deutsche Bahn Rot ist, sind auch die vier Solo- und zwei Gelenkbusse rot. „Die vorhandenen Busse“, so Pischon, „werden nach und nach umlackiert.“

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Die „rote Flotte“, wie sie Landrat Dr. Achim Brötel bezeichnete, sei im Neckar-Odenwald-Kreis schon immer willkommen gewesen. Dass nun auf die Modernisierung des BRN-Fahrzeugparks ausgerechnet in Mosbach mit einer Busparade hingewiesen wurde, freut den Kreischef. „Wir sind als Flächenlandkreis ganz besonders auf einen funktionierenden ÖPNV angewiesen.“ Diese Modernisierung bedeutet eine Investition von drei Millionen Euro für 13 neue Busse im Verkehrsgebiet des BRN, das Rhein-Neckar-Dreieck. Der Verkehrsdienstleister unterhält rund 250 eigene sowie weitere 270 angemietete Omnibusse. Das halbe Dutzend, das in Mosbach zum Erstaunen der Passanten parkte, kostete rd. 1,5 Mio. Euro. Es sind Fahrzeuge aus der MAN-Baureihe „Lion’s City“, was Dr. Brötel veranlasste, von den „BRN-Stadtlöwen“ zu sprechen. Während die so genannten Solobusse 85 Personen (37 sitzend, 48 stehend) mit 280 PS befördern, bringen es die Gelenkbusse auf 55 Sitz- und 89 Stehplätze bei einer Motorleistung von 360 PS. Sie haben drei Achsen und sind mit einer Länge von rund 18 Metern fast so lang wie der Marktplatz breit ist. Ihre Abgastechnik übertrifft sogar den anspruchsvollen Emissionsstandard Euro 5. Den Komfortansprüchen der Fahrgäste genügen Klimaanlagen, elektronische Haltestellenansagen und anzeigen sowie Niederflurbauweise mit Absenktechnik. Ein dermaßen „niederknieender“ Omnibus hat seinen Einstieg nur noch gut zehn Zentimeter über dem Boden.

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Da kann selbst Michael Janns Dienstwagen nicht mithalten. Der Oberbürgermeister: „Mein Auto kann zwar viel, aber absenken lässt es sich nicht.“ Mit Blick auf die Johannes-Diakonie und ihre teilweise mobilitätseingeschränkten Bewohner, auf die demografische Entwicklung und das Älterwerden weiß er jetzt schon: „Wir werden dankbar sein, wenn der Bus einen Kniefall vor uns macht.“ Außerdem erfreute den akut von Heuschnupfen geplagten Schultes die Luftreinhaltetechnik der roten Giganten. Als Investition in die Zukunft wertete Achim Brötel die Modernisierung des BRN-Fuhrparks, denn auf Mobilität seien alle existenziell angewiesen. Die BRN GmbH ist bis 2018 per Vertrag mit der Durchführung von Linienverkehren im NOK betraut. 20 der insgesamt 34 Linien im Kreiswerden vom BRN bedient. Brötel hatte drei Millionen Fahrplankilometer errechnet. „Das ist eine Strecke von 75 mal um die ganze Welt - und das in nur einem Jahr.“ Auch die Beschäftigung von 70 Mitarbeitern „allein bei uns im Kreis“ ließ er nicht unerwähnt. „Wir wollen für unsere Region auch künftig ein zuverlässiger Partner sein“, begründete Dr. Pischon das Engagement, „und modernisieren deshalb unsere Flotte. Wir bieten unseren Kunden nicht nur Beförderung, sondern Komfort und hohe Sicherheit.“ Unter dem Titel „Neue Busse braucht das Land“ setzt die Rhein-Neckar-Bus-Gesellschaft auf steigende Fahrgastzahlen. Neue Busse zählen zu einem attraktiven Angebot ebenso wie regelmäßig überarbeitete Fahrpläne. „Unser Ziel sind vom ÖPNV überzeugte Kunden.“

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Stadtrat Stadler testet den neuen Niederflurbus

 

Aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 1. März 2011, Ursula Brinkmann

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