Togo - Y. Bakalawa

Mein Name ist Yakoubou Bakalawa. Ich möchte Ihnen meine persönliche Geschichte erzählen.


BAKALAWA_Yakoubou_klIch bin im September 2015 nach Deutschland gekommen. Ich musste aus meiner Heimat Togo fliehen, weil ich mich dafür entschieden habe, weiter zu leben und nicht als weiteres Opfer der ständigen politischen Unruhen und sinnlosen Machtkämpfen, die durch die Diktatur der Familie Gnassingbé seit jeher geführt werden, zu sterben.


Ich bin in der Stadt Sokodé in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, habe dort 6 Jahre die Schule besucht und ging danach in die Lehre. Ich habe eine Ausbildung zum Maler absolviert und 7 Jahre als Maler gearbeitet. Ich hatte zwar ein einfaches und bescheidenes, aber ruhiges Leben geführt, bis ich eines Tages eine Ladung von der Polizei bekam, in einer undefinierten Angelegenheit vorstellig zu werden. Ich bin dieser Ladung nicht nachgekommen, genauso nicht der zwei danach erhaltenen. Denn mir war klar: Entweder hätte ich zu den Dutzenden junger Menschen gehört, die während der von starken Unruhen begleiteten Wahl 2015 ums Leben gekommen waren oder ich wäre in eins der mehr als überfüllten Gefängnisse gekommen, um dort gefoltert und am Ende auch ermordet zu werden. Unter der gewaltsamen Diktatur meines Landes gibt es nicht viele Möglichkeiten: wenn man um sein Leben fürchtet, ist die einzige Rettung sich der Partei des Präsidenten anzuschließen und dem Druck zu beugen, was ich nie machen konnte.


So habe ich Togo im Juni 2015 verlassen, konnte nur mit Hilfe von kleinen Spenden nach Benin, dann
Niger und Libyen mit dem Bus weitergekommen. Von Libyen aus kam ich dann mit dem Schiff circa im
August 2015 nach Italien, dort bin ich 2 Wochen geblieben, bevor ich nach einer eintägigen Zugreise
nach München angekommen war.


In Baden-Württemberg habe ich zuerst in verschiedenen Camps gewohnt, bis mich mein Schicksal dann
im Sommer 2016 nach Mosbach gebracht hat. Wofür ich sehr dankbar bin, denn hier habe ich seitdem
schon vieles erreicht, ich habe Deutsch gelernt und eine Arbeit im Amtsstüble als Küchenhilfe
gefunden, bei welcher ich im Moment zwar in Kurzarbeit bin, trotzdem bin ich und zuversichtlich, was
meine Zukunft angeht. Gern würde ich in meinem erlernten Beruf wieder arbeiten. Aber im Moment
bin ich zufrieden.


Was den Rassismus betrifft, so habe ich ihn, seitdem ich in Mosbach lebe, zum Glück noch nie erlebt.
Ich habe nur einen Wunsch, dieses friedliche Leben hier in Mosbach so weiterzuführen. Ich muss
nicht unbedingt in einer Großstadt leben. Mosbach bietet mir die Ruge und Genügsamkeit, die mir
persönlich am Wichtigsten sind für ein zufriedenes Leben.

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