Irak - H. Ihsan

Mein Name ist Ihsan.

Früher war ich Lehrer für Erdkunde am Gymnasium. Ich bin 2015 nach Deutschland geflohen. Mein Heimatland ist der Irak. Dort haben wir seit 2005 Bürgerkrieg. Das heißt, Schiiten und Sunniten bekämpfen einander. Beispielsweise wurde mein kleiner Bruder, mein Schwager und drei Cousins ermordet. Ich wurde von schiitischen Milizen gekidnappt. Ich habe nur knapp überlebt. Deshalb konnte ich nicht mehr im Irak bleiben. I

ch bin mit dem Boot über das Mittelmeer gekommen. Das war lebensgefährlich. Man weiß nicht, ob man lebt oder stirbt. Im Januar 2016 bin ich nach Obrigheim gekommen. Die Leute vom Arbeitskreis Asyl haben uns erwartet. Ich habe ein Lebkuchenherz zur Begrüßung bekommen. Das hat mich sehr gefreut. Es gab damals eine Teestube, Kleiderbasare, eine Fahrradwerkstatt, Fußballturniere, eine Weihnachtsfeier, ehrenamtliche Deutschkurse und Ausflüge. Ich habe dort viele Familien kennengelernt. Viele Menschen haben sich für uns engagiert. Im Moment bin ich im zweiten Ausbildungsjahr. In meiner Freizeit trainiere ich im Obrigheimer Karateverein und spiele mit Freunden Fußball.

Ich habe viel Hilfe bekommen und werde es nie vergessen. Vielen Dank an alle! Rassismus ist mir in Deutschland selten begegnet, zum Glück! Z. B. gibt es Personen, die nur mit Deutschen reden oder ein Busfahrer, der die Tür nicht öffnet. Manche Personen verstehen auch nicht, warum ich nach Deutschland gekommen bin. Am liebsten wollen sie mich nach Hause schicken. Rassismus gibt es überall, nicht nur in Deutschland. Das ist der Grund für meine Flucht. In meiner Heimat sind unzählige Menschen auf beiden Seiten wegen Rassismus gestorben. Ich habe festgestellt, dass in Deutschland die meisten Menschen nett sind.

Mein Wunsch für die Zukunft: dass ich mit einer Familie in Ruhe und Frieden in Deutschland leben kann. Vielleicht kann ich irgendwann Schauspieler werden.

Vielen Dank Deutschland.

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