Der 21. März ist Internationaler Tag gegen Rassismus

Mosbach beteiligt sich mit Aktionswochen. Das städtische Team im Bereich Migration und Integration stellt seine Arbeit vor; das Team unterstützt und berät in allen Fragen der Integration und setzt die Integrationsaufgaben vor Ort um.

Pfeil 20.03.2021 08:00

Am Sonntag ist Internationaler Tag gegen Rassismus. An den diesjährigen Antirassismuswochen vom 15. bis 28. März beteiligt sich die Stadt Mosbach mit einem Projekt, das Geflüchtete zu Wort kommen lässt und ihren oft langwierigen und schwierigen Weg aus ihren Ursprungsländern bis nach Mosbach nachzeichnet.

Dass Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen nach Deutschland kommen und hier mitunter auch mit Problemen oder gar Rassismus in verschiedenen Ausprägungen konfrontiert waren und sind, ist kein ausschließliches Thema der Gegenwart. In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Flüchtlingsströme, die oftmals auch Fragen der Unterbringung und Integration mit sich brachten. Zuletzt vor gut sechs Jahren... Das Jahr 2015 stand ganz im Zeichen der „Flüchtlingskrise“. Im Neujahrsempfang hat Oberbürgermeister Michael Jann damals seine Dankbarkeit ausgedrückt, dass es in der Bevölkerung eine große Hilfsbereitschaft gibt und die Flüchtlinge in Mosbach mit Offenheit und Respekt begrüßt wurden. Insbesondere durch das Mitwirken von Asylkreisen und Ehrenamtlichen wurde eine positive Willkommenskultur erzeugt, die Mosbach gut zu Gesicht steht. Schließlich hat die Stadt eine lange Tradition in der Aufnahme von Geflüchteten. Nach 1945 kamen 16.000 Vertriebene hier an, das waren rund 40 % der Bevölkerung. Weitere Einwanderungswellen insbesondere in den 60er, 70er und 90er Jahren folgten. Aus den „Gästen“ von damals sind mittlerweile Mitbürger, Nachbarn und Freunde, geworden. Heute leben fast 4.000 Menschen aus über 100 verschiedenen Ländern und mit unterschiedlicher kultureller Herkunft in der Stadt. Gerade in den letzten Jahren sind viele Menschen hinzugekommen, die aus ihren Heimatländern flüchten mussten und hier eine neue Heimat gefunden haben.

Wir sind MosbachMit dem Ziel, neu zugezogene Menschen zu Mosbacher Mitbürger*innen zu machen, sind in der Großen Kreisstadt Mosbach Integrationsbeauftragte und Integrationsmanager*innen tätig. Das städtische Team im Bereich Migration und Integration unterstützt und berät in allen Fragen der Integration und setzt die Integrationsaufgaben vor Ort um. Ihre Arbeit wird nachfolgend vorgestellt. Die bereits in den Projektwochen veröffentlichten Berichte der Geflüchteten veranschaulichen die erfahrene Unterstützung deutlich.

548 geflüchtete Personen aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus leben aktuell in Mosbach. Die meisten von ihnen stammen aus Syrien, Eritrea, dem Irak und Afghanistan. Einige haben sich erfreulicherweise bereit erklärt, über ihre Geschichte und ihrem Weg nach Deutschland zu erzählen und von ihren Erfahrungen hier zu berichten.Viele der geflüchteten Personen, die hier zu Wort kommen, berichteten, dass sie in Deutschland eher wenige Rassismuserfahrungen gemacht oder Diskriminierung aufgrund ihrer Herkunft erlebt haben. Das freut das Rathaus-Team natürlich, dennoch ist ihnen auch bewusst, dass es auch diejenigen unter den geflüchteten Menschen gibt, die sich bewusst nicht öffentlich zu diesem Thema äußern möchten oder den Mut haben, von ihren Erfahrungen zu erzählen.

Rassismus ist in den Gesprächen zwischen Geflüchteten und den Integrationsmitarbeiter*innen immer wieder Thema. Oftmals berichten Menschen von rassistischen Kommentaren am Arbeitsplatz, von „Späßen“ unter Mitschüler*innen, von gefühlter oder tatsächlicher Ungleichbehandlung bei öffentlichen Stellen. Viele nehmen solche Äußerungen hin und es fällt ihnen schwer, sich gegen diese zu wehren. Aktionen wie die Internationalen Wochen gegen Rassismus tragen dazu bei, dass Menschen sich mit ihren Erfahrungen nicht alleine fühlen müssen. Sie schaffen Sichtbarkeit und die Teilnahme Mosbachs zeigt deutlich auf, dass die Stadt sich gegen Rassismus ausspricht und sich hinter die Betroffenen stellt.

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