Waldbegehung des Gemeinderates

Trockenschäden, Waldkindergarten, alternative Wuchshüllen, Forsteinrichtung und die Ökosystemleistungen des Waldes standen auf dem Programm der diesjährigen Waldbegehung.

Pfeil 28.10.2021 15:29

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Vertreter des Gemeinderates und der Verwaltung ließen sich von den beiden Revierleitern Erwin Winterbauer und Harald Hannich über die Lage im Mosbacher Stadtwald berichten. Gut 2000 ha Stadtwald sind von den Revierleitern und ihrem Team - bestehend aus sechs Waldarbeitern - in Mosbach zu betreuen.

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Das Jahr 2021 verlief relativ "normal" - von den Niederschlagsmengen her gesehen. Allerdings haben die besonders trockenen Jahre 2018 bis 2020 massive Trockenschäden hinterlassen. Betroffen sind insbesondere die Buchen, welche am häufigsten im Stadtwald anzutreffen ist. Das dadurch betroffene Holz ist nach der Ernte nicht mehr für alle Nutzungen geeignet. Es bleibt oftmals nur die Verwendung als Brennholz, Pellets oder Industrieholz. Ersatzpflanzungen sehen deshalb oftmals trockenresistentere Bäumen wie z.B. Douglasien vor.

Dass trockenheitsgeschädigte Bäume auch ein Sicherheitsrisiko durch herabstürzende Äste darstellen können, zeigte sich bei der demonstrativen Fällung einer Buche. In Anwendung kam dabei ein Akkufällkeil, der die Waldarbeiter bei ihrer Arbeit unterstützt und deren Sicherheit erhöht.  

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Um alternative Schutzhüllen ging es auf einer Freifläche im Großen Hasbach. Die rund 6.000 bis 9.000 gepflanzten Bäumchen pro Jahr benötigen in der Anfangszeit "Wuchshilfe". Die Jungpflanzen sind von Wildverbiss und der sogenannten Verfegung gefährdet und werden entweder durch Einzäunung des Geländes oder Einzelschutzhüllen geschützt. Diese Hüllen waren bislang aus Plastik und wenig nachhaltig. Die neue Generationen an Wuchshüllen besteht aus Holz und kann an Ort und Stelle verrotten, nachdem sie ihren Dienst geleistet hat. Diese Hüllen sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch weniger arbeitsintensiv. 

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Die Dreibrunnenwiese ist seit Generationen ein beliebtes Ausflugsziel für Familien aus der Umgebung. Am Rastplatz im Schatten der Bäume stellte Winterbauer die Ökosystemleistungen des Waldes dar. Zu diesen gehören Basisleistungen wie die Photosynthese, Versorgungsleistungen wie Holznutzung, Wild, Pilze und Wasser, Regulationsleistungen wie Luft- und Wasserfilterung und Klimaschutz sowie kulturelle Leistungen wie Erholung, Tourismus, aber auch Forschung und Wirtschaft.

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Grafik/Quelle: "Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)"

Neben der am Hang der Dreibrunnenwiese gelegenen Hütte auf dem ehemaligen Saatschulgelände könnte ein Wald- oder Naturkindergarten angesiedelt werden. Die Eckpunkte erläuterte Dieter Kautzmann, Leiter Bildung und Generationen. So könnten 20 Kinder das ganze Jahr über jeweils von von 7.30 bis 13.30 Uhr in der Einrichtung der Stadt betreut werden. Um Individualverkehr durch die Eltern zu vermeiden, soll ein Shuttlebus eingesetzt werden. Die genauen Voraussetzungen für die Einrichtung des Waldkindergartens werden aktuell bei der Verwaltung untersucht.

 

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