Resolution zum Erhalt der Geburtshilfe

Der Mosbacher Gemeinderat hat einstimmig eine Resolution verabschiedet, die sich für den Erhalt der Geburtshilfe am Standort Mosbach der Neckar-Odenwald-Kliniken ausspricht. Die Resolution wurde über den Landkreis an die Kreistagsmitglieder weitergeleitet, die am 29. Januar über das Thema zu beschließen haben.

Pfeil 24.01.2020 11:46

Der Mosbacher Gemeinderat hat einstimmig eine Resolution verabschiedet, die sich für den Erhalt der Geburtshilfe am Standort Mosbach der Neckar-Odenwald-Kliniken ausspricht. Die Resolution wurde über den Landkreis an die Kreistagsmitglieder weitergeleitet, die in der Kreistagssitzung am 29. Januar über das Thema zu beschließen haben.

 

Resolution des Mosbacher Gemeinderates

zum Erhalt der Geburtshilfe am Standort Mosbach

der Neckar-Odenwald-Kliniken gGmbH

Die Neckar-Odenwald-Kliniken gGmbH verzeichnen seit Jahren erhebliche Defizite in ihren Jahresergebnissen. Tiefpunkt dieser Entwicklung ist das Jahr 2019, in dem ein defizitäres Ergebnis von 12 Millionen Euro erreicht wurde. Die finanzielle Lage hat sich dramatisch zugespitzt.

Klinikleitung und Chefärzte der Kliniken haben daher ein Maßnahmen-Strukturpaket zur Verringerung der auftretenden Verluste erarbeitet, das vom Aufsichtsrat genehmigt wurde. Der Gemeinderat der Großen Kreisstadt Mosbach begrüßt diese Initiative ausdrücklich, da dort einige gute Ansätze zur Verbesserung künftiger Jahresergebnisse enthalten sind.

Eine der geplanten Maßnahme ist die Schließung der Abteilung Gynäkologie/Geburtshilfe am Standort Mosbach. Begründet wird dieser Schritt mit möglichen Einsparungen durch Konzentration am Standort Buchen und dem Mangel an Hebammen am Standort Mosbach.

Der Mosbacher Gemeinderat wendet sich mit Nachdruck gegen die geplante Schließung der Abteilung Gynäkologie/Geburtshilfe. Der Mittelbereich Mosbach mit seinen nahezu 80.000 Einwohnern stellt 56% der Kreisbevölkerung dar. Seit Jahren werden am Standort Mosbach konstant mehr als 600 Kinder geboren. Im Jahr 2017 waren es sogar 700 Geburten. Am Standort Buchen liegen die Geburtenzahlen signifikant niedriger. Das Potential, die Abteilung auch zukünftig bei steigenden Anforderungen an die Zahl der Geburten zu halten, ist daher in Mosbach höher. Insbesondere darf bezweifelt werden, ob alle Schwangeren aus dem Mosbacher Mittelbereich künftig am Standort Buchen entbinden werden. Wahrscheinlicher ist es, dass eine erhebliche Anzahl von Betroffenen in die Geburtsklinken benachbarter Kreise abwandern wird.

Schließlich gilt es zu bedenken, dass durch die Schließung der Abteilung auch Einnahmen wegfallen und in Buchen als dem zukünftig geplanten zusammengefassten Standort zunächst einmal nicht unerhebliche Investitionen getätigt werden müssen. Wir befürchten, dass diese Investitionen nicht zum gewünschten Ziel führen. Denn es spricht vieles dafür, dass aufgrund von Abwanderungen die künftig notwendigen Geburtenzahlen in der zusammengeführten Abteilung nicht erreicht werden. Letztendlich besteht die nicht ganz von der Hand zu weisende Gefahr, dass dann langfristig im gesamten Landkreis überhaupt keine Geburtshilfeabteilung mehr vorhanden sein wird.

Das als Argument hervorgebrachte Personalproblem bei den Hebammen kann nach unserer Ansicht nicht unlösbar sein. Der Mangel an Pflegekräften und Ärzten ist seit Jahren Realität. Dennoch ist es gelungen, selbst Chefarztpositionen zeitnah und qualitativ hochwertig zu besetzen. Hier ist die Klinikleitung gefordert, vermehrte Anstrengungen zur Personalgewinnung zu unternehmen, oder alternative Konzepte wie das in Buchen bewährte System der Beleghebammen umzusetzen.

Aus den vorgenannten Gründen appelliert der Mosbacher Gemeinderat mit Nachdruck an den Kreistag, die vorgebrachten Argumente für den Erhalt der Abteilung Gynäkologie /Geburtshilfe zu berücksichtigen und einer Schließung nicht zuzustimmen. 

 

Für den Mosbacher Gemeinderat

Michael Jann, Oberbürgermeister

 

 

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