Feuerwehren zu Hilfseinsatz in die Flutgebiete aufgebrochen

18 Feuerwehrangehörige der Freiwilligen Feuerwehren Mosbach, Buchen und Neunkirchen sammelten sich am Montagvormittag, um gemeinsam mit weiteren Kräften und insgesamt 31 Fahrzeugen aus Stadt- und Landkreisen im Regierungspräsidium Karlsruhe in die Flutgebiete zu starten.

Pfeil 19.07.2021 17:29

Einsatzbereit waren die Kräfte des Katastrophenschutzdienstes schon seit einigen Tagen, am Montagmorgen kam dann die Anforderung aus Rheinland-Pfalz über das Regierungspräsidium. Entsprechend sammelten sich 18 Feuerwehrangehörige der Freiwilligen Feuerwehren Mosbach, Buchen und Neunkirchen am Montagvormittag, um gemeinsam mit weiteren Kräften und insgesamt 31 Fahrzeugen aus Stadt- und Landkreisen im Regierungspräsidium Karlsruhe in die Flutgebiete zu starten.

Der unter der Leitung des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Thomas Link stehende Zug setzt sich aus einem Kommandowagen, einem Löschgruppenfahrzeug Katastrophenschutz, einem Mannschaftstransportwagen, einem Gerätewagen Technik und einem Wechselladerfahrzeug mit einem auf einem Tieflader transportierten Radlader zusammen. Letzter wurde vom Bauhof der Stadt Mosbach zur Verfügung gestellt, während das Bauunternehmen Vogel Tief- & Straßenbau aus Waldbrunn den Tieflader und die Firma Inast aus Mosbach eine Mulde bereitstellte.

 Hochwasserzug NOK

Landrat Dr. Achim Brötel verabschiedete die Kräfte am Sammelpunkt in Aglasterhausen. Brötel verwies dabei auf die Worte von Kanzlerin Angela Merkel, die angesichts der surrealen Bilder aus dem Katastrophengebiet am Sonntag vor Ort gesagt hatte, dass die deutsche Sprache kaum Worte für die angerichtete Verwüstung kenne. „Bei uns hat die Flut natürlich zugleich auch Erinnerungen an den Mai 2016 geweckt, als unter anderem Allfeld, Schollbrunn, Neckargerach und andere Orte zwar nicht in diesem Ausmaß mit Personenschäden, aber dennoch sehr schwer von Starkregenereignissen getroffen wurden. Damals haben wir am eigenen Leib verspürt, was für eine ungeheuer zerstörerische Kraft Wasser haben kann“, betonte Brötel. Deshalb sei es jetzt natürlich eine zutiefst menschliche Pflicht zu helfen. „Mitleid allein nützt nichts, Hilfe ist gefragt. Aber: Seien Sie bitte im Einsatz vorsichtig und kommen Sie insbesondere alle gesund wieder“, so Brötel weiter, der den Einsatzkräften wie auch den Firmen Vogel und Inast sowie der Stadt Mosbach für die unkomplizierte Unterstützung dankte.

Hochwasserzug NOK 3

Dem schloss sich Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr an, der den Einsatz mit dem Regierungspräsidium koordiniert hatte und im engen Kontakt zu den eingesetzten Kräften stehen wird. Am Montagnachmittag hatten die Feuerwehrangehörigen aus dem Kreis dann den Nürburgring erreicht, von wo aus sie zu den Einsätzen in das Flutgebiet aufbrechen werden.

>>> Lesen Sie auch: Städte und Gemeinden helfen in der Hochwasserkatastrophe

Übrigens sind Helferinnen und Helfer bei Flutkatastrophen gesetzlich unfallversichert. Der Schutz besteht für ehrenamtliche Rettungskräfte, die Freiwillige Feuerwehr sowie Hilfeleistende.

Informationen der Unfallkasse Baden-Württemberg:

Menschen, die in einer Notsituation beherzt eingreifen, um andere zu retten oder zu schützen, stehen grundsätzlich unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung – das gilt auch für die Hilfe bei gemeiner Not, wie den aktuellen Überschwemmungen in Deutschland. Um die medizinische und psychotherapeutische Versorgung von privaten Helferinnen und Helfern kümmert sich die jeweilige Unfallkasse im Hochwasserkrisengebiet. Wer beispielsweise aus Baden-Württemberg zum Helfen nach Rheinland-Pfalz fährt und sich dabei verletzt oder traumatisiert wird, sollte sich schnellstmöglich bei der Unfallkasse Rheinland-Pfalz melden. Bei einem Katastrophenfall in Baden-Württemberg, wie den sintflutartigen Regenfällen entlang des Oberrheins, wären dementsprechend alle Hilfeleistende automatisch bei der Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) versichert, egal aus welchem Bundesland sie kommen.

Die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung umfassen unter anderem die Erstversorgung, Transportkosten, ärztliche und zahnärztliche Behandlung, psychologische Betreuung, den Ersatz von Sachschäden sowie Verletztengeld.

Wichtig ist, dass Hilfeleistende bei der ärztlichen Behandlung angeben, dass sie sich die Verletzungen bei einer Hilfeleistung zugezogen haben. Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt meldet dies anschließend der entsprechenden Unfallkasse. Benötigen Hilfeleistende dringende medizinische oder psychotherapeutische Unterstützung, sollten sie sich schnellstmöglich direkt bei der entsprechenden Unfallkasse oder bei einer Durchgangsärztin oder einem Durchgangsarzt (D-Ärzte) melden. Dies sind besonders qualifizierte ärztliche Partner der gesetzlichen Unfallversicherung. Betroffene können sich unter den folgenden Nummern an die jeweiligen Unfallkassen wenden.

Unfallkasse Rheinland-Pfalz

Telefon: 02632 960-1110

Fax: 02632 960-1011

E-Mail: notfall@ukrlp.de

Hotline zur psychosozialen Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz unter 0800 001 0218 (8:00 Uhr - 20:00 Uhr)

Unfallkasse Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0211-2808-2624

Mobil: 0173-5866607

E-Mail: T.Renner@unfallkasse-nrw.de

Bayerische Landesunfallkasse

Telefon: 089 36093 440

E-Mail: entschaedigung@bayerluk.de

Unfallkasse Sachsen

Telefon: 03521/724-264

E-Mail: sekretariat.entschaedigung@uksachsen.de

 

Ehrenamtlich Helfende grundsätzlich bei der UKBW versichert

Hilfeleistungsorganisationen mit ihren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aus Baden-Württemberg, wie die Johanniter-Unfall-Hilfe oder der Malteser Hilfsdienst, sowie die Freiwillige Feuerwehr sind grundsätzlich bei der UKBW unfallversichert: Dies gilt, wenn sie zum Beispiel in ein Hochwasserkrisengebiet zum Helfen und Unterstützen angefordert werden oder selbst Fahrten in ein Krisengebiet organisieren, um Sachspenden abzuliefern.

 

nach oben