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Freibad in Reichenbuch eingeweiht

Die Reichenbucher Welle wurde nach Umbau wiedereröffnet – 50.000 Euro Eigenleistung, 1.000 ehrenamtliche Stunden.

Pfeil 06.06.2016 09:00

Mit dem Lied „Good news“ besangen die Sänger des Gesangvereins „Harmonie“ am Samstagmittag die lang ersehnte Eröffnung des Freibads in Reichenbuch und sprachen damit wohl vor allem den Mitgliedern des „Fördervereins für die Erhaltung des Freibads Reichenbuch“ aus dem Herzen. Sage und schreibe 50.000 Euro und über 1.000 Arbeitsstunden hatten sie in den vergangenen zwei Jahren in ihr Projekt, die Sanierung des Freibads in Reichenbuch, gesteckt. 

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„Schaffen wir das?“ – eine Frage, die die Sanierungsarbeiten schon vor Beginn des Umbaus begleitete. Denn der einstige „Löschteich“, liebevoll von den Reichenbuchern „Die Welle“ getauft, stand 2013 kurz vor der endgültigen Schließung. In Zeiten klammer Kassen, erinnerte auch Oberbürgermeister Michael Jann anlässlich der Wiedereröffnung am Wochenende, haben sich Gemeinderat und Verwaltung die Entscheidung über Schließung oder grundlegende Sanierung des Bades nicht leicht gemacht. 

Doch letztendlich hat wohl auch die Beharrlichkeit der Fördervereinsmitglieder den Ausschlag für den Umbau und die Sanierung in ein „naturnahes Freibad mit zusätzlicher chlorfreier Wasseraufbereitung inklusive separatem Kinderplanschbecken“ gegeben. Die Kostenobergrenze wurde auf 500.000 Euro festgelegt, 50.000 Euro Barmittel und zusätzlich Eigenleistungen im Wert von 40.000 Euro wurden dabei vom Förderverein erbracht. Eine nicht ganz leicht zu stemmende Aufgabe, so Bianca Schoder, Vorsitzende des Fördervereins. Damit der Zeitrahmen eingehalten werden konnte, mussten die ehrenamtlichen Helfer die Arbeiten bei jedem Wetter termingerecht ausführen. Erst so konnten die Firmen Mackmull und Schuler sowie Garten- und Landschaftsbau Ostberg und alle weiteren Unternehmen die Auftragsarbeiten erledigen.

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Zwar gehören dem Förderverein 272 Mitglieder an, doch die seien nicht alle im Ort ansässig. Dennoch konnten die über 1.000 Arbeitsstunden gestemmt werden. Besonderer Dank in diesem Zusammenhang ging dabei an Klaus Peter Koch, der als Koordinator der Arbeiten fungierte und neben seiner Tätigkeit im Bauhof auch unzählige Stunden Hand anlegte. Außerdem dankte Bianca Schoder der Reservistenkameradschaft, die unter anderem die Pflasterarbeiten übernommen hatte. Auch ohne die ortsansässige Firma Roth und Wilfried Sensbach aus Lohrbach wäre vieles nicht so schnell vonstatten gegangen, so Schoder. Dies sei für einen kleinen Ortsteil wie Reichenbuch eine herausragende Leistung, lobte auch Ortsvorsteher Jürgen Brauch. 

OB Jann zeigte sich beeindruckt von dem entstandenen „Kleinod“. Dieses komfortable Schwimmbad stelle eine Bereicherung für Reichenbuch sowie die Ortsteile Lohrbach und Sattelbach dar. Und naturnah passe ja auch sehr gut zu Reichenbuch. 

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Was genau ein Naturbad ist, darüber informierte Architekt Robert Fraas. Grünes Wasser und herumschwimmende Algen brauche man nicht zu befürchten, schmunzelte er. Das Wasser werde außerhalb des Beckens zunächst durch eine Filteranlage geleitet und dann über das sogenannte „Biofeld“ mit Hilfe von Mikroorganismen von krankheitserregenden Keimen befreit. Doch komplett keimfrei sei dies natürlich nicht. Daher sei für das Kinderschwimmbecken auch eine konventionelle Aufbereitung mit Hilfe von Chlor nötig. Zusätzlich werden künftig vierzehntägig Wasserproben genommen. 

Beim Umbau herausgekommen sind ein Naturbadebecken, 20 auf acht Meter, das über einen Schwimmerbereich mit einer Wassertiefe von bis zu 3,25 m verfügt und einen Nichtschwimmerbereich mit einer Wassertiefe von 1,25 m. Außerdem sind neue Liegebereiche entstanden. Das Kinderschwimmbecken misst 5,50 auf 3,50 Meter und ist mit einer kleinen Rutsche ausgestattet.

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Viele waren gekommen, um das Ergebnis in Augenschein zu nehmen, auch der Landtagsabgeordnete Georg Nelius, die Ortsvorsteher von Sattelbach und Lohrbach, Arno Flicker und Norbert Schneider, Vertreter der Stadtverwaltung und der Ortschaftsräte sowie der ausführenden Firmen. Mit einer Wassertemperatur von 21 Grad Celsius waren die Bedingungen geradezu ideal für die Wasserballmannschaften, die mit einem Turnier „Die Welle“ gebührend wieder eröffneten. 

Info: Das Bad ist bei schönem Wetter täglich von 14 bis 19 Uhr geöffnet.

 

Aus RNZ, 6. Juni, Judith Blüthner

 
 

28.06.2016