Neujahrsempfang der Großen Kreisstadt Mosbach

Beim Neujahrsempfang wurde Feuerwehr-Ehrenkommandant Walter Spohn mit der Verdienstnadel der Großen Kreisstadt ausgezeichnet. Die traditionelle große Neujahrsbrezel hatte Paul Herold für Oberbürgermeister Gerhard Lauth im Gepäck.
Aus der RNZ vom 10.01.05.

Pfeil 10.01.2005 09:05

Trotz vorfrühlingshafter Außentemperaturen drängte es 650 Mosbacher am späten Sonntagvormittag zum Neujahrsempfang der Großen Kreisstadt Mosbach in die "Alte Mälzerei". Auch in Zeiten "knappester Kassen" blieb Oberbürgermeister Gerhard Lauth Optimist. Er rief nicht nur dazu auf, für die Opfer des Seebebens zu spenden, sondern blickte auch lokalpolitisch in die Zukunft. Detailliert erörterte Lauth städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten.

 

Nach 17-jähriger Amtszeit als Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Mosbach wurde Ehrenkommandant Walter Spohn mit der Verdienstnadel der Großen Kreisstadt ausgezeichnet. Den Übergang zum "gemütlichen Teil" markierte Paul Herold, der dem Stadtoberhaupt die überdimensionale Neujahrsbrezel der Bäckerinnung überreichte, bevor die Gäste im Foyer in den Genuss von Wein, Sekt und Brezeln kamen.

Zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens, der Wirtschaft, der Politk und Verwaltung konnte OB Lauth unter den 450 Gästen begrüßen; namentlich grüßte er den Europaabgeordneten Dr. Thomas Ulmer und den neuen Chefarzt des Kreiskrankenhauses Mosbach, Dr. Maurice Jumel.

Die Anwesenden rief Lauth dazu auf, sich möglichst aktiv an der Spendenaktion im Foyer für die Flutopfer in Südasien zu beteiligen. Ohne gleich zum Alltag übergehen zu wollen, richtete der OB dann sein Augenmerk auf die Stadt Mosbach und ihre Entwicklungsfähigkeit. Denn auch in Zeiten "knappster Kassen", die künftig noch zu wirklich spürbaren Einschnitten führen würden, dürfe man sich nicht einer kollektiven Unzufriedenheit hingeben, warnte Lauth. Denn nur der Optimist wisse, dass an schlechten Tagen die Aussicht auf bessere Tage besser sei als an guten.

Sicher, so Lauth, sei, dass der Stadt das Geld ausgehe. Der Jahreshaushalt sei zwar noch gesetzmäßig, aber das heiße nicht, dass er mit einem voraussichtlichen Defizit von 1,6 Mio. Euro auch stimmig sei. Gleichwohl verteidigte Lauth die Investitionen der vergangenen Jahre. Mit ihnen habe man ganz gezielt bleibende Vermögenswerte geschaffen, die die Stadt dauerhaft voran brächten. Land und Bund dankte der OB, dass sie etwa im Bereich des Öffentlichen Nahverkehrs während der letzten Jahre 10,5 Mio. Euro bezuschusst hätten, so dass die Große Kreisstadt hier "nur" 2,5 Mio. eigenes Geld habe aufbringen müssen.

Um die künftige Rolle des Mittelzentrums Mosbach kreisten Lauths weitere Gedankengänge. Anhand einer ausführlichen Powerpoint-Präsentation ließ das Stadtoberhaupt die Entwicklung Mosbachs und seiner Teilorte während der letzten 50 Jahre im Detail Revue passieren. Ein Ende des Wachstums sah Lauth hier nicht. Anders als in Gesamtdeutschland nehme in Baden-Württembergdie Bevölkerung auch weiterhin zu. Mit über 11000 Beschäftigten, darunter 8000 "Einpendlern" weise Mosbach auch künftig stadtentwicklungmäßiges Potenzial auf.

Mit Sorgfalt und Bedacht gelte es heute, die Weichen für die Zukunft zu stellen und über Lage, Größe, Struktur und Realisierbarkeit neuer Entwicklungsmöglichkeiten nachzudenken. Der Knopfhof sei hier bereits Gegenstand "konkreterer Planungskonzepte". Zu den weiteren potenziellen Erschließungsstandorten zählte Lauth das "Thomasbrünnlein" im Bergfeld, das Areal an den Kasernen, das "Fuchsenloch" an der Waldsteige West und das Areal "Kattenbach" unterhalb der Waldstadt.

Den "Blick für das Wesentliche" bescheinigte das Stadtoberhaupt dem Ehrenkommandanten Walter Spohn, einem "Feuerwehrmann erster Klassse", dem das enorme ehrenamtliche Engagement wohl schon in die Liege gelegt worden sei. 48 Jahre gehört Spohn der Mosbacher Wehr an, davon übte er 17 Jahre das Amt des Gesamtkommandanten aus - stets mit Ruhe und Übersicht, lobte Oberbürgermeister Gerhard Lauth , bevor er Spohn mit der Verdienstnadel der Großen Kreisstadt auszeichnete. Mit einer Überraschungsfanfare von der Zuschauertribüne herab "applaudierte" der Spielmannszug der Feuerwehr standesgemäß.

Spohn blieb sich selbst treu und dankte - kein Freund großer Worte - für die große Ehre und Auszeichnung. Die Hilfe für den Nächsten habe bei ihm stets im Vordergrund gestanden. Deshalb gab Walter Spohn seinen Dank auch an alle Feuerwehrkameradinnen und -kameraden weiter.

Recht groß und irgendwie auch etwas unhandlich - besonders zum Überreichen - war die Neujahrsbrezel der Bäckerinnung Mosbach auch dieses Jahr geraten. Mit den Worten "Satte Bürger sind leichter zu regieren" überreichte sie Paul Herold, Ehrennmitglied der Innung, an OB Lauth.

Musikalisch bot das Musikschul-Ensemble "Melody Percussion" unter der Leitung von Wessela Kostowa-Giesecke ungewöhnliche Töne. Höchste Virtuosität bewies dabei der jugendliche Solist Daniel Bangert. Vielfältige Klangfarben im Ensemble, von heiter-verspielt bis rhythmisch-kernig, boten Rita Wolbert, Friederike Wehrling, Sabine Kaiser, Martina Bangert, Elvira Stipp und Rainer Müller.

 

 

Aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 10.01.05, Peter Lahr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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