Stille Kranzniederlegung statt Gedenkfeier

Die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht musste abgesagt werden. Stattdessen legte OB Jann in aller Stille einen Kranz nieder. Bürger können individuell ihr Gedenken durch Niederlegen eines Steines am Mahnmal auf dem Synagogenplatz zum Ausdruck bringen.

Pfeil 30.10.2020 12:52

Die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht, mit der die Stadt Mosbach alljährlich an die öffentliche Verbrennung von Kultgegenständen der Synagoge durch die Nazis am 10. November 1938 erinnert, musste in diesem Jahr leider wegen der aktuellen Coronalage abgesagt werden.

Anstelle der ursprünglich für den 9. November auf dem Marktplatz geplanten Veranstaltung, bei der Dr. Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter im Staatsministerium Baden-Württemberg, einen Vortrag hätte halten sollen, fand in aller Stille eine Kranzniederlegung durch Oberbürgermeister Michael Jann am Synagogenplatz statt. Dr. Blume hat seine Anwesenheit bei der Gedenkfeier 2021 angekündigt.

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Jann erinnerte dabei an die schrecklichen Ereignisse der Pogromnacht, die Anlass sein sollten, neuen und alten Antisemitismus in der Gesellschaft zu thematisieren und sich öffentlich gegen Verschwörungsmythen zu positionieren. Sein Gruß und seine Gedanken galten insbesondere den Menschen in Katsrin, der mit Mosbach in Freundschaft verbundenen israelischen Stadt auf den Golanhöhen.

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(Foto: Christine Funk vom städtischen Kulturamt, Dr. Katrin Sawatzki von der VHS Mosbach, Monika Bilik von der KZ-Gedenkstätte Neckarelz e.V., OB Jann und Markus Wieland vom Geschichts- und Museumsverein.)

Jeder Bürger und jede Bürgerin kann individuell sein Gedenken durch Niederlegen eines Steines am Mahnmal auf dem Synagogenplatz zum Ausdruck bringen. Steine können selbst mitgebracht werden; es stehen aber auch Steine bereit. 

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