Organspende ja oder nein? – Infoveranstaltung klärte auf

Der Seniorenbeirat der Stadt Mosbach veranstaltete mit Unterstützung der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Neckar-Odenwald-Kreises am 9. April einen Informationsabend zum Thema Organspende.

Pfeil 30.04.2019 10:35

Der Seniorenbeirat der Stadt Mosbach veranstaltete mit Unterstützung der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Neckar-Odenwald-Kreises am 9. April einen Informationsabend zum Thema Organspende. 

Als Referent stand Priv. Doz. Dr. Harald Genzwürker, Ärztlicher Direktor der Neckar-Odenwald-Kliniken und Transplantationsbeauftragter, zur Verfügung. Zu dieser Veranstaltung wurden auch die politischen Parteien, die im Mosbach Gemeinderat vertreten sind, eingeladen. Als Vertreter waren die Stadträte Flicker, Landhäußer und Posert anwesend. Erfreulicherweise nahmen zahlreiche interessierte Besucher an der Veranstaltung teil. 

Aus vielen Beiträgen ist zu entnehmen, dass das sensible Thema "Organspende" nicht nur auf Zustimmung stößt. Deutlich wird leider auch, dass viele Diskussionen von Wissensdefiziten und Halbwahrheiten begleitet werden. Die Informationsveranstaltung des Seniorenbeirates diente der Aufklärung und hatte zum Ziel, Ängste abzubauen und Zweifel zu zerstreuen. 

Es ist schwer, die Bevölkerung für dieses sensible Thema zu gewinnen, so Priv. Doz. Dr. Genzwürker, der die Teilnehmer Schritt für Schritt und verständlich durch die Thematik begleitete. Die Interessierten erfuhren Näheres über die Bedeutung der Organspende, wer als potentieller Spender geeignet ist und welche Organe bzw. welches Gewebe gespendet werden kann. Noch bevor aus medizinischer Sicht geprüft wird, ob die verstorbene Person als Organspender geeignet ist, stellt sich die entscheidende Frage: Wie lautete der persönliche Wille des Patienten? 

Hat die Person ihren Willen nicht schriftlich dokumentiert, müssen die Angehörigen nach dem ihnen bekannten oder mutmaßlichen Willen der verstorbenen Person entscheiden. Die trauernden Angehörigen sind in dieser Situation oft überfordert. Dr. Genzwürker betont deshalb: "Ich akzeptiere jede Entscheidung, nur entscheiden Sie sich!" Wichtig ist es, seinen Willen schriftlich festzuhalten z.B. mit Hilfe eines Organspendeausweises und sich mit den Angehörigen entsprechend auszutauschen. 

Die politischen Parteien unterstützen ebenfalls die Organspende, da sie doch Leben retten kann. Stadtrat Posert hat in einer schriftlichen Stellungnahme zu dieser Problematik ausführlich Stellung bezogen, was auch zum Nachdenken anregte. Stadtrat Flicker schilderte Gegebenheiten aus seinem persönlichen Umfeld, welche Bedeutung einer Organspende beizumessen ist. Auch Stadtrat Landhäußer nahm ausführlich zu der politischen Bedeutung der Organspende Stellung. Er verwies darauf, was die politischen Verhandlungen für die Zukunft bedeuten werden. 

Neben Informationsveranstaltungen wie die des Seniorenbeirates kann man sich auch umfassend im Internet sowie beim Hausarzt informieren.

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