Neuer Römerweg wurde eröffnet

60 Wanderer marschierten am 1. Mai zur Eröffnung auf dem Jupiterweg 3,24 Leugen nach Neckarburken. In die Rolle des Führers und Librariolus schlüpfte der Vorsitzende des Vereins Elantia, Rudolf Landauer.

Pfeil 03.05.2022 11:28

Am 1. Mai, den die Kelten in ihrem Jahreskreis der Feste Beltane nannten, begaben sich 60 Marschierer auf die Spuren der Kelten und Römer. Anlass war die Eröffnung des neuen Jupiterweges, der von Mosbach nach Neckarburken verläuft.

Im Hof des Hospitals und des Stadtmuseums begrüßte der Librariolus, ein des Lesens und Schreibens kundiger Römer vom Militärstandort Neckarburken, die Leute so: „salvete viatoris“, seid gegrüßt Wanderer, „salve magister praefectus urbis mosabachensis Michael Jann“, sei gegrüßt Michael Jann, Oberbürgermeister von Mosbach und „salve administrationis periegetaca Iris Müller“, sei gegrüßt Iris Müller, die neue Leiterin der Tourist Information Mosbach. Dem Librariolus war seine Stellung schon an seiner Tabula zu entnehmen, einem doppelseitigen Wachstäfelchen auf das mit einem Griffel in Wachs geritzt wurde. Der Leser löschte es aus, indem er mit der Spatel alles eben machte: „Da kommt der Ausdruck Tabula rasa machen her“, erfuhren die Wandergäste von ihm.

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Eine Strecke von rund 3,24 Leugen lag vor den Wanderern. Mit dieser Entfernung konnten nur wenige Marschierer etwas anfangen, sie sollten an dem Leugenstein an der Schefflenzer Steige mehr dazu erfahren. Nach dem Passieren einer symbolischen Limespalisade erreichte die Gruppe dann diesen Stein - eine runde Säule mit Buchstaben darauf. Als Belohnung gab es aber zunächst das wahre Wundermittel: Mulsum. Als Kaiser Augustus vor 2000 Jahren erfuhr, dass ein Romilius Polio 100 Jahre alt wurde, ließ er ihn in den Palast holen. Romilius, du musst mir verraten wie du gelebt hast, dass du so alt wurdest, sagte Augustus zu ihm. Seine verblüffende Antwort war: „intus mulso, foris oleo“. Von innen Mulsum, von außen Olivenöl“. Was denn eine Leuge ist und warum es neben der römischen Meile auch die Leuge gibt, erläutert der Librariolus den Teilnehmern. Basis sei der Fuß, römisch pes mit 29,6 Zentimeter. Fünf pes hintereinander ergibt 1,48 Meter, somit ein passus mit einem Doppelschritt. 1000 passus werden mile passus genannt, also 1,48 Kilometer. 1500 Doppelschritte sind eine Leuge mit 2,22 Kilometer. Der Stein wurde in Friolzheim gefunden und gibt mit PORT LV exakt die Entfernung zur Enzbrücke nach Pforzheim mit 5 Leugen an, das sind 11,1 Kilometer. Die Kaisertitulatur benennt Marcus Julius Philippus und somit das Jahr 245 nach Christus.

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Am Wachturm 63 am Römerweg oberhalb Neckarburken bekamen die Teilnehmer der Eröffnungswanderung ein Luftbild mit einer Grafik des Limes gezeigt, wie der Odenwaldlimes das Elztal nach Norden durchquerte. Nach Besichtigung des Römerbades und des Museums am Odenwaldlimes in Neckarburken dann die Belohnung durch Kaffee und Kuchen, die Gabriele Landauer und Mareike Ühlein im Hof der evangelischen Kirche hergerichtet haben. In die Rolle des Librariolus schlüpfte der Vorsitzende des Vereins Elantia, Rudolf Landauer. Die dann 80 Gäste zeigten sich von dem Nachmittag restlos begeistert und etliche haben sich bereits für die kommende Minervatour in Dallau am 29. Mai um 13.30 Uhr angemeldet.

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