Neue Kindergartenplätze geplant

Nach dem Aus der Abenteuergolfanlage „Inputt“ planen Stadt und Johannes-Diakonie auf dem Gelände einen dreigruppigen inklusiven Kindergarten. Verbleibende Bahnen könnten ehrenamtlich weiter betrieben werden.

Pfeil 31.03.2021 15:22

Die Coronakrise sorgt für das Aus: Das „Inputt“ auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände an der B 27 wird nicht mehr öffnen. Zu diesem Entschluss kamen die Gesellschafter der ISO gGmbH. Die seit 2013 bestehende Abenteuergolfanlage war einer von mehreren Arbeitsbereichen für Menschen mit Unterstützungs- und Assistenzbedarf der ISO. Die pandemiebedingten Einschränkungen und der Ausfall der Einnahmen aus der Gastronomie ließen den Verantwortlichen keine Wahl, als das „Inputt“ endgültig zu schließen. Aber es gibt auch Licht am Horizont: das Gebäude und das Gelände sollen für einen inklusiven dreigruppigen Kindergarten genutzt werden.

Eine familienfreundliche und flächendeckende Ausgestaltung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz ist Maxime der Stadt Mosbach. Der Platzbedarf und die städtische Förderung der freien Träger sind in der kommunalen Kindergartenbedarfsplanung festgeschrieben. Aufgrund erfreulicherweise steigender Kinderzahlen ist kurz- bis mittelfristig ein weiterer Ausbau des Platzangebots zwingend notwendig. Die Stadt verfolgt hierzu verschiedene Konzepte im Bestand, aber auch im Neubau. Eine zusätzliche bauliche Lösung hat sich nun auf dem Areal der ehemaligen Abenteuergolfanlage im Elzpark gefunden.

Rund 800 Betreuungsplätze gibt es aktuell in insgesamt 19 Einrichtungen, darunter neun katholische und sechs evangelische, ein kommunaler und ein privater Kindergarten sowie zwei als Verein geführte Kleinkindbetreuungseinrichtungen. Eltern haben die Möglichkeit, ihre Kinder wahlweise in konfessionellen, freien, kommunalen Kindergärten bzw. solchen mit besonderem pädagogischen Ansatz unterzubringen. Die freien Träger werden von der Stadt bei den Betriebsausgaben und bei notwendigen Investitionsmaßnahmen gefördert und bezuschusst. Doch die vorhandenen Plätze sind angesichts steigender Geburtenzahlen begehrt und reichen mittelfristig nicht zur Bedarfsdeckung. Mit verschiedenen Maßnahmen, wie der Erweiterung in bestehenden Kindergärten, aber auch mit Neubaumaßnahmen will die Stadt den Bedarf in den kommenden Jahren sicherstellen.

Auf dem Gelände der ehemaligen Abenteuergolfanlage Inputt besteht die Möglichkeit, die vorhandenen Räumlichkeiten baulich so zu ertüchtigen, das dort in einem angemessenen Zeitrahmen eine dreigruppige Kindertageseinrichtung realisiert werden kann. Für das Vorhaben haben sich die Stadt Mosbach als Grundstückseigentümer und die Johannes-Diakonie als Hauptgesellschafter des Inputt partnerschaftlich zusammengesetzt und ihre Planungen abgestimmt.

Auf dem Plan steht ein Umbau mit Anbau an das bestehende Bewirtschaftungsgebäude des Inputt. Die Freianlagen auf dem 1 ha großen Gelände können zu Außenspielbereichen für die Kinder umgewandelt werden.

Die für die neue Nutzung notwendige Bebauungsplanänderung wird nach erfolgter Vorberatung im Technischen Ausschuss am 17. März im Gemeinderat behandelt, mit dem Ziel, einen Aufstellungsbeschluss zu fassen.

Während die Stadt das Planungsrecht schafft und für die Bezuschussung des Baus und der Betriebskosten verantwortlich zeichnet, soll die künftige Trägerschaft des Kindergartens bei der Johannes-Diakonie liegen, die zugleich Bauherrin ist.

Der Kindergarten soll ein inklusives und altersgemischtes Angebot ab zwei Jahren umfassen. Für die angepeilten 42 Plätze im ü3- und elf Plätze im u3-Bereich soll es in drei Gruppen verlängerte Öffnungszeiten und eine Ganztagsbetreuung geben, um die Vereinbarkeit Familie und Beruf zu stützen.

Neben der Befriedigung des Platzbedarfs für die Kinder aus Mosbach ergeben sich auch Synergieeffekte für die geplante Wohnbebauung des sogenannten Hungerbergs auf dem Gelände der Johannes-Diakonie und die dann dort zu erwartende Ansiedlung von Familien mit Kindern. Deshalb ist die Erweiterung auf eine weitere Gruppe in den Planungen bereits berücksichtigt.

Die Stadt Mosbach begrüßt die Möglichkeit der verhältnismäßig schnellen Schaffung weiterer Betreuungsplätze und freut sich, mit der Johannes-Diakonie einen weiteren und verlässlichen Partner als weitere Säule für die Bildung und Betreuung von Kindern im Vorschulalter gefunden zu haben.

Der ambitionierte Zeitplan sieht vor, dass der neue Kindergarten bereits zum Start des Kindergartenjahres 2022/23 seine Pforten öffnen kann.

----------

Wie Oberbürgermeister Michael Jann in der Sitzung des Betriebsausschusses für Kultur, Sport und Tourismus am 30.03.2021 deutlich machte, ist die Stadtverwaltung offen für einen sinnvollen Weiterbetrieb der verbleibenden Bahnen. Nach den aktuellen Planungen der Architekten wurde deutlich, dass eine Bahn der Gebäudeerweiterung weichen muss; die Detailplanungen stehen allerdings noch aus.

Auf den verbleibenden Bahnen ist es gut denkbar, ein Angebot auf ehrenamtlicher, nicht-kommerzieller Basis auf die Beine zustellen. Angewiesen ist man dabei auf die Unterstützung aus der Bevölkerung - sei es auf Vereinsbasis oder durch einzelne Personen. So könnte z.B. während der Sommerperiode und insbesondere an den Wochenenden eine Ausgabe der Golfschläger durch Ehrenamtliche sowie Aufsichtsdienste erfolgen. Auch eine Bewirtung z.B. durch Vereine im rotierenden System ist denkbar.

Das Gelände selbst könnte von der Stadt pachtfrei zur Verfügung gestellt werden und auch eine Unterstützung bei der Wartung und Reinigung der Anlage ist im Rahmen des Möglichen - alles vorbehaltlich der notwendigen Gremienbeschlüsse und der Bereitschaft Ehrenamtlicher, die Golfanlagen in Eigenregie zu betreiben. 

Interessierte können sich gerne bei der Stadt Mosbach unter info@mosbach.de unter dem Stichwort "Inputt" melden.

Auch die Rhein-Neckar-Zeitung hat die Rückmeldungen der Leser zum Anlass genommen, sich des Themas anzunehmen.  Stadtverwaltung und RNZ werden sich im Anschluss kurzschließen, um die Meldungen der Ehrenamtlichen und das weitere Vorgehen abzustimmen.

nach oben