Nachhaltiges Grün für die Waldstadt – Stadt setzt „Natur nah dran“-Projekt fort

Im Wohngebiet Waldstadt setzt die Stadt im Rahmen des NABU-Projekts „Natur nah dran“ weitere Akzente und wandelt Grünflächen in artenreiche Lebensräume für Tiere und Pflanzen um.

Pfeil 09.11.2018 08:58

Im Wohngebiet Waldstadt setzt die Stadt im Rahmen des NABU-Projekts „Natur nah dran“ weitere Akzente und wandelt Grünflächen in artenreiche Lebensräume für Tiere und Pflanzen um. In der Solbergallee wird ein Vielschnittrasen zu einer Blühwiese umgewandelt. Ausgeführt wurden die Maßnahme von einem ortsansässigen Garten- und Landschaftsbauunternehmen. Nachdem der anstehende Boden durch eine Schicht aus ungewaschenem Kies und Kompost ersetzt wurde, ist eine Wildblumenwiese mit 75% Blumen und 25% Gräsern angesät worden. Gut 160 Initialstauden und zusätzlich gesäte einjährige heimische Blumenarten sorgen für die erste Blüte. Die Pflanzung von vielen verschiedenen Blumenzwiebelarten, insgesamt sind das 800 Stück, erweitern den frühen Blühaspekt und bieten Pollen und Nektar für die ersten frühfliegenden Wildbienenarten. Künftig muss die Wiese nur zweimal im Jahr gemäht werden.

Die in den 60er und 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts entstandene „Modell“-Siedlung Waldstadt hat ein für die damaligen Verhältnisse richtungsweisendes Erschließungskonzept. Bei der Trennung der Verkehrsarten entstand ein netzartiges System von Grünflächen. Diese bandartigen Strukturen sind heute jedoch von artenarmen Strauchpflanzungen dominiert. Durch die im Zuge des NABU-Projekts nun umgesetzten Maßnahmen ist der Weg für eine Art „innerörtliches“ Biotopverbundsystem geebnet. Natürlich hofft die Stadtverwaltung auch auf die Unterstützung der Waldstädter, denn bei entsprechender Mitwirkung der Anwohner könnten naturnahe Privatgärten über ebensolche öffentlichen Grünflächen mit dem Umland vernetzt werden.Naturnahdran_Waldstadt_2

Mitarbeiterinnen des Garten- & Landschaftsbaus Gerhard Volk beim Bepflanzen der „Natur nah dran“-Fläche in der Solbergallee.

Mittlerweile lässt es sich nicht mehr leugnen: Tiere wie Wildbienen und Schmetterlinge benötigen dringend neuen Lebensraum und zwar nicht nur in den großen Städten, sondern auch im Ländlichen Raum. Der Siedlungsbereich bietet hier ein erhebliches Potential. Neben privaten Gärten, die naturnah gestaltet und mit den passenden Wildpflanzen zu blühenden Biotopen umgewandelt werden können, gibt es auch in Mosbach zahlreiche Grünstreifen, Verkehrsinseln oder Brachflächen mit Optimierungspotential. Genau hier setzt das Projekt „Natur nah dran“ an, das sich auch zum Ziel gemacht hat, vorbildgebende Funktion auszuüben. Die städtischen Beispielflächen sollen die Bürgerinnen und Bürger motivieren, im Kleinen zuhause aktiv zu werden, um dem Bienen- und Artensterben entgegen zu treten. So soll in der Bevölkerung insgesamt ein Umdenken erreicht werden.

Mit „Natur nah dran“ möchten NABU und Umweltministerium (UM) Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Das Land Baden-Württemberg hat 2013 die Naturschutzstrategie verabschiedet, in der unter anderem das Ziel festgeschrieben ist, die biologische Vielfalt in Kommunen zu fördern. In diesem Rahmen hat der NABU-Landesverband gefördert durch das UM das Projekt „Natur nah dran“ gestartet. Der Gemeinde- und der Städtetag Baden-Württemberg unterstützen dieses Projekt. Mosbach hatte sich erfolgreich für das Förderprojekt beworben und konnte sich einen der begehrten Plätze für 2018 sichern. Insgesamt fünf Flächen (neben der Waldtstadt in Neckarelz und Mosbach) wurden ausgewählt und erfahren eine Umwandlung, die spätestens im nächsten Frühjahr für alle sichtbar wird.

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