Es summt und brummt: „Natur nah dran“-Flächen blühen

Vergangenes Jahr hat die Stadt Mosbach an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet Flächen für das „Natur nah dran“-Projekt ausgewählt. Während die umgearbeiteten Bereiche anfangs noch „wüst und öd“ aussahen und viele Anwohner und Passanten den Sinn hinterfragten, zeigt sich nun im Folgejahr die ganze blühende Pracht.

Pfeil 01.07.2019 12:07

Vergangenes Jahr hat die Stadt Mosbach an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet Flächen für das „Natur nah dran“-Projekt ausgewählt. Während die umgearbeiteten Bereiche anfangs noch „wüst und öd“ aussahen und viele Anwohner und Passanten den Sinn hinterfragten, zeigt sich nun im Folgejahr die ganze blühende Pracht. „Natur nah dran“ ist ein landesweites Projekt des NABU und des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für das sich die Stadtverwaltung erfolgreich beworben und sechs Grünflächen im Sinne der Biodiversität umgestaltet hat. Nnd_APG_2019__2

Am Auguste-Pattberg-Gymnasium z.B. wurde auf der Rasenfläche zwischen Bushaltestelle und Schulhof der Boden abgetragen, um Samen von sich schnell ausbreitenden Pflanzen wie Melde, Knöterich oder Weißklee zu entfernen. Danach wurde mit einem Gemisch aus Schotter und Kompost wieder aufgefüllt und somit dafür gesorgt, dass der Boden „mager“ ist. Die gesäte Wildblumenmischung zeigt sich aktuell in voller Pracht; die Fläche hat sich in eine ökologisch wertvolle Blumen- und Wildstaudenflächen und zu einem nachhaltigen und langjährigen Lebensraum entwickelt und ist mittlerweile auch optisch eine Augenweide…sehr zur Freude der Schüler- und Lehrerschaft. Natur nah dran LGS_

Auch Teile des LGS-Parks gehören zu den Projektflächen. In einem Bereich wurde der Boden durch Abtragung und Ausbringen von Kies und Reifkompost für das Projekt vorbereitet. Dadurch wurden vorhandene Pflanzen und Samen entfernt und die neue Ansaat konnte sich konkurrenzfrei entwickeln. Für zwei weitere Flächen wurde eine andere Methode gewählt. Hier wurde der Boden inklusive der vorhandenen Pflanzendecke im Abstand von zwei Wochen dreimal gefräst, um bestehendes Grün möglichst umfänglich zu entfernen. Das ist weniger aufwändig und nicht so kostenintensiv, allerdings brauchen die gesäten Pflanzen bei diesem Vorgehen um einiges länger, um auszusamen und anfangs müssen noch unerwünschte Pflanzen abgemäht werden, bevor sie blühen. Nnd_APG_2019-1

Gegenüber des Neckarelzer Bahnhofs wurde eine weitere Projektfläche angelegt. An der südöstlichen Grenze der Grünanlage befindet sich ein von hohen Bäumen beschatteter Saum. Die Stadt hat hier Stauden gepflanzt und eine Ansaat vorgenommen, wobei der Fokus weniger auf der Schaffung einer großen Blütenpracht, sondern vielmehr auf einer möglichst großen Vielfalt an Strukturen lag. Der angelegte Bereich wird nicht im Herbst, sondern im Frühjahr gemäht und bildet damit ideale Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten. Blühintensiv ist dagegen die Verkehrsinsel am Kreisel vor dem Parkhaus. Hier hat sich eine attraktive Blühfläche entwickelt.

Auch die Projektflächen beim Nicolaus-Kistner-Gymnasium und in der Waldstadt entwickeln sich wie erwartet, zeigen sich der für Grün- und Freiflächen zuständige Mitarbeiter der Stadt, Bernhard Münch, sowie die städtischen Umweltbeauftragte Petra Birkefeld erfreut. Auch wenn jetzt schon allerlei sechs- und achtbeiniges Getier das Grün für sich erobert hat, benötigen die Flächen insgesamt noch etwas Zeit, um ihr endgültiges Bild zu erhalten. Aber spätestens dann haben sich für Wildbienen, Stieglitze und Schachbrettfalter kleine Oasen in der Stadt entwickelt – ganz im Sinne der Biodiversität. Mit den kleinen blühenden Biotopen möchte die Stadt Mosbach aber viel mehr erreichen: nämlich ihre Bürgerinnen und Bürger. „Statt den Garten mit englischem Rasen oder als Steinwüste anzulegen, wäre es eine Überlegung wert, den eigenen Grünbereich naturnah als Blumenwiese und/oder mit insektenfreundlichen Pflanzen und Strukturen umzugestalten. Damit tritt man nicht nur dem Bienen- und Artensterben entgegen, man spart sich auf lange Sicht aufwändige Arbeit und hat zudem noch etwas fürs Auge!“

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