Die KWiN informiert: Elektro-Altgeräte richtig entsorgen

Elektrogeräte, und hier insbesondere die IT-Geräte wie Smartphones und Laptops brauchen für ihre Funktionsfähigkeit unterschiedlichste Metalle, darunter auch Seltene Erden und Edelmetalle. Damit gehören alte Elektrogeräte zu den Abfällen mit dem höchsten wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen beim Recycling.

Pfeil 05.11.2021 09:50

Kaum einem ist klar, welche wertvollen Rohstoffe mit dem alten Handy, Radio oder Computer in Schränken und Dachböden schlummern. Elektrogeräte, und hier insbesondere die IT-Geräte wie Smartphones und Laptops brauchen für ihre Funktionsfähigkeit unterschiedlichste Metalle, darunter auch Seltene Erden und Edelmetalle. Damit gehören alte Elektrogeräte zu den Abfällen mit dem höchsten wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen beim Recycling.

Für den einzelnen Nutzer ist der Gehalt an Edelmetallen in seinem Smartphone von einigen Milligramm völlig uninteressant. Hochgerechnet auf kommunale oder gar deutschlandweite Sammelmengen sieht das aber schon anders aus. Auch ist die Rohstoffdichte in Altgeräten eine vielfach höhere als bei der Gewinnung aus Roh-Erzen. Hier liegt der Metall-Gehalt pro Tonne Roh-Erz oftmals nur im Gramm-Bereich! Das Recycling von Metallen aus alten Elektro-Geräten erspart Umweltbelastungen wie den Verbrauch von Land, Urwäldern, Schwermetallen wie Quecksilber und Trinkwasser, und das in wahrhaft gigantischen Ausmaßen. Nicht zuletzt sind die Umstände der Metallgewinnung – vielfach in armen Entwicklungsländern - häufig mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen verbunden.

Für private Nutzer ist das Recycling von alten Elektro-Geräten aus dem Haushalt einfach, und vor allen kostenfrei. Zum einen müssen Verkaufsstellen ab einer Verkaufsfläche von 400 qm die von ihnen verkauften Geräte kostenfrei zurücknehmen, also faktisch alle Elektromarkt-Handelsketten. Kleingeräte bis zu einer Kantenlänge bis max. 25 cm müssen von den Verkaufsstellen ab 400 qm Verkaufsfläche auch dann zurückgenommen werden, wenn sie in diesem Geschäft nicht gekauft worden waren. Auch in kommunalen Sammelstellen ist die Abgabe kostenfrei. Das sind im Neckar-Odenwald-Kreis die Wertstoffhöfe in Buchen und Mosbach sowie etliche Elektrofachgeschäfte. Diese sind im Entsorgungskalender von AWN und KWiN gleich auf Seite 1 rechts oben zu finden. Als Vertragspartner der kreiseigenen KWiN nehmen sie Klein- und Tischgeräte kostenfrei zurück, egal wo sie gekauft wurden. Wichtig hierbei: Batterien und Akkus sind soweit möglich zu entnehmen und getrennt vom Gerät abzugeben.

Vermeidung von Elektro-Schrott war bislang extrem schwierig aufgrund von immer kürzer haltbaren Geräten sowie mangelnder Reparaturfähigkeit vieler Geräte. Bei IT-Geräten kommt noch die begrenzte Eignung für Updates von Programmen und Betriebssystemen hinzu. Einen Silberstreif am Horizont bietet hier die Aktualisierung der europäischen Ökodesign-Richtlinie. Sie schreibt seit 1. März 2021 schrittweise für neu verkaufte Geräte eine verbesserte Reparaturfähigkeit vor.

Zunächst gelten die erweiterten Vorschriften für Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Waschtrockner, Haushaltsbeleuchtung, Fernseher und Displays, Netzteile, Motoren, Transformatoren, Schweißgeräte und gewerbliche Kühlgeräte. In den kommenden Jahren sollen immer mehr Geräte hinzukommen.
Die Regelung unterscheidet zwischen Ersatzteilen für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für professionelle Reparaturbetriebe. Dies soll sicherstellen, dass der Einbau von Ersatzteilen keine Gefahr für Verbraucherinnen und Verbraucher darstellen kann und diese daher nur von professionellen Reparaturbetrieben verbaut werden. Ersatz für Kleinteile wie beispielsweise Sprüharme, Dichtungen oder Besteckkörbe bei Geschirrspülern müssen dann zehn Jahre lang verfügbar sein, damit Verbraucherinnen und Verbraucher ihr defektes Gerät selbst reparieren können.

Die Neuregelungen sollen auch freie Reparateure unterstützen; fachlich kompetente Reparateure erhalten bis zu sieben Jahre lang bestimmte Ersatzteile vom Hersteller. Darunter sind nicht nur Reparateure im Auftrag der Hersteller zu verstehen, sondern zum Beispiel auch Reparatur-Cafés. Dies ist eine deutliche Aufwertung für traditionelle Kundendienst-Leistungen, aber auch für Initiativen wie kommunale Reparatur-Läden oder die freien Repair-Cafes. Innerhalb des Neckar-Odenwald-Kreises gibt es inzwischen eines in Buchen und eines in der Mosbacher Waldstadt.

Die KWiN ist für Anfragen erreichbar unter Tel. 06281/906-0.

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