Biochemiker und Molekularbiologen tagen im „Heimatort“ des Elektronenmikroskops – 70. Mosbacher Kolloquium vom 4. bis 6. April

Seit 1950 veranstaltet die GBM jährlich in Mosbach eine internationale Tagung zu einem aktuellen Schwerpunktthema. Dieses Jahr steht das Kolloquium unter dem Thema „High-resolution Imaging of Cells and Molecules“.

Pfeil 26.02.2019 11:13

Seit 1950 veranstaltet die GBM als größte biowissenschaftliche Fachgesellschaft Deutschlands jährlich in Mosbach eine internationale Tagung zu einem aktuellen Schwerpunktthema. Dieses Jahr steht ein Jubiläum an: das mittlerweile 70. Mosbacher Kolloquium widmet sich vom 4. bis 6. April dem Thema „High-resolution Imaging of Cells and Molecules“. Am Vorabend der Tagung versammeln sich die Teilnehmer traditionell im historischen Rathaus, wo auf Einladung der Stadt Mosbach ein Empfang stattfindet.

Wie passend: das Jubiläumskolloquium der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie widmet sich ganz der Anwendung der Mikroskopietechniken, die es ermöglichen, die Dynamiken des Lebens, von einem einzelnen Molekül bis hin zu einem vollständigen Organismus, abzubilden und visuell greifbar zu machen. Passend deshalb, weil Mosbach nicht ohne Stolz auf ihren Ehrenbürger Dr. Ernst Brüche verweisen kann, der in den 40er Jahren das elektrostatische Elektronenmikroskop entwickelte. Im April 1949 fand auf seine Anregung die erste Sitzung der im gleichen Jahr von ihm mitgegründeten „Deutschen Gesellschaft für Elektronenmikroskopie“ in Mosbach statt. In der städtischen Existenzgründerinitiative Ideenwerkstatt ist heute ein historisches Elektronenmikroskop ergänzt durch Infotafeln zum Leben und Wirken Brüches ausgestellt.

Bereits seit der Erfindung der ersten Mikroskope gehören bildgebende Verfahren zu den Schlüsseltechniken der Biologie und angrenzender Wissenschaftsbereiche. Sie ermöglichen es, die Vorgänge und Strukturen sichtbar zu machen, die die Grundbausteine jeden Lebens bilden. Vor allem die super-resolution Lichtmikroskopie und die Kryo-Elektronenmikroskopie haben in den letzten Jahren die Grenzen des Sichtbaren so weit vorangetrieben, dass sich das Anwendungsspektrum dieser Techniken enorm verbreitert und neue Forschungsrichtungen ermöglicht hat. So ist es heute möglich, nicht nur die Struktur von einzelnen Proteinen mit Hilfe der Kryo-Elektronenmikroskopie aufzuklären, sondern auch deren genaue Verteilung in der Zelle mit Hilfe der super-resolution Lichtmikroskopie zu bestimmen. Andere Verfahren wie die Lichtblatt-Mikroskopie ermöglichen es, die Entwicklung ganzer Organismen mit sub-zellulärer Auflösung zu verfolgen. Die während der letzten Jahre entwickelten korrelativen Verfahren verbinden die Licht- mit der Elektronenmikroskopie und erweitern dadurch das Anwendungsspektrum um ein Vielfaches. Nach vielen Jahren technischer Entwicklung sind sowohl die kryo-elektronenmikroskopischen als auch die super-resolution Techniken weitgehend ausgereift und vielfach verfügbar. Damit sind diese Verfahren nicht mehr ausschließlich nur für auf diese Verfahren spezialisierte Forschungsgruppen zugänglich, sondern stehen sehr vielen Forschern in unterschiedlichen Wissenschaftsgebieten zur Verfügung.

Das 70. Mosbacher Kolloquium der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM e.V.) zielt darauf, die beiden bisher eher getrennten Felder der Licht- und Elektronenmikroskopie weiter zusammenzuführen und neue Synergien und Anwendungsbereiche zu diskutieren. Es ist den Organisatoren gelungen, hochkarätige Experten aus aller Welt zu gewinnen, die sich nicht nur der Weiterentwicklung der Methoden verschrieben haben, sondern diese auch aktiv nutzen und vorantreiben, um spezifische biologische Fragestellungen zu beantworten. Darüber hinaus werden auch vielversprechende Nachwuchsforscher die Gelegenheit bekommen, ihre Arbeiten einem internationalen Publikum vorzustellen.

Zwei Höhepunkte dieser Veranstaltung werden die Feodor-Lynen-Ehrenvorlesung von Prof. Werner Kühlbrandt sowie die Verleihung des Eduard-Buchner-Preises an Prof. Irmgard Sinnig sein.

Wissenschaftliche Organisatoren des Kolloquiums sind Prof. Stefan Jakobs (MPI für biophysikalische Chemie, Göttingen) und Prof. Stefan Raunser (MPI für molekulare Physiologie, Dortmund). Weitere Informationen zur Tagung finden sich unter www.mosbacher-kolloquium.org

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Die GBM

Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) ist die größte biowissenschaftliche Fachgesellschaft Deutschlands. Mit ihren ca. 5200 Mitgliedern engagiert sie sich für die Interessen aller, die in den dynamischen und zukunftsträchtigen Disziplinen zwischen Chemie, Medizin und Biologie arbeiten und forschen - vom Professor bis zum Erstsemester. Ob Deutsche Forschungsgemeinschaft, Journalisten, Behörden oder die Fachverbände anderer Disziplinen: Wer Expertise in Fragen der Biochemie und molekularen Biowissenschaften braucht, wendet sich bevorzugt an die GBM. Weitere Informationen finden sich unter www.gbm-online.de.

Das Mosbacher Kolloquium

Seit 1950 veranstaltet die GBM jährlich im Frühjahr eine internationale Tagung zu einem aktuellen biochemischen oder molekularbiologischen Schwerpunktthema. Schauplatz der Konferenz ist die kleine badische Stadt Mosbach. Die Mosbacher Kolloquien versammeln regelmäßig führende Experten aus aller Welt. Nähere Informationen sowie das jeweils aktuelle Programm finden sich unter www.mosbacher-kolloquium.org.

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