„Alter schützt vor Frohsinn nicht“

13. Mosbacher Frühlingskonzert für Senioren in der Alten Mälzerei – Frühling erreicht Senioren klassisch und modern.
Aus der Rhein-Neckar-Zeitung.

Pfeil 08.05.2018 09:33

Es steht bei vielen Senioren in Mosbach und Umgebung jedes Jahr fest im Kalender: Das Frühlingskonzert des Stadtseniorenbeirats fand auch diesmal beste Resonanz. An die 300 Besucher dürften es gewesen sein, die sich musikalisch, tänzerisch, lyrisch, witzig und unterhaltsam auf den „Lenz“ einstimmen ließen. Und dafür bot die „gute Stube“ Mosbachs, die Alte Mälzerei, einmal mehr den würdigen Rahmen.

Bürgermeister Michael Keilbach begrüßte als Hausherr die Gäste, unter denen mehrere Bewohner von Pflegeheimen der Region und örtliche Seniorengruppen waren. Ebenso konnte Keilbach den Landtagsabgeordneten Georg Nelius (SPD), Altbürgermeister Wolfgang Obermeier und Pfarrer Martin Sommer (Neckarburken) willkommen heißen. Keilbach würdigte die Arbeit des siebenköpfigen Stadtseniorenbeirats, der sich wieder ein „buntes, abwechslungsreiches Programm“ habe einfallen lassen.

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Wie gewohnt führte auch in der 13. Auflage des Frühlingskonzerts Seniorenbeirat Christian Tamme durch das gut zweieinhalbstündige Programm am Donnerstagnachmittag. „Etwas kühl“ habe der Frühling begonnen, aber das solle sich ändern, stieg Tamme in die Moderation ein. „Alter schützt vor Frohsinn nicht“, gab er als Motto aus, bevor in Begleitung des von Roland Grimm dirigierten Salonorchesters Buchen (Streichergruppe und Klavier) erstmals gemeinsam gesungen wurde: „Der Mai ist gekommen“ brachte ordentlich Stimmung in den Saal.

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Mit dem Synchronsprecher, Sänger und Schauspieler Stefan Müller-Ruppert aus Buchen trat danach einer auf die Bühne, der aus Funk und Fernsehen bekannt ist. Wechselweise mit dem Salonorchester, das mit Liedern aus der 1920er- bis 1950er-Jahren „alte Zeiten“ wieder aufleben ließ, gestaltete er den Hauptteil des Nachmittags. Müller-Ruppert hatte Textblöcke zusammengestellt, die „jedem behagen“ sollten. Dabei setzte er auf Gedichte und Geschichten, die sich um den Frühling und das „frühere“ Leben im ländlichen Raum drehten. Frühlingskonzert_3

„Die Zeiten haben sich geändert“, stellte Stefan Müller-Ruppert mit dem Bauländer Mundartdichter Erwin Thoma fest. In heimatlicher Mundart, aber doch klar und verständlich, zeigte er unter Einbezug weiterer Zitate bekannter Dichter wie etwa Ludwig Uhland oder Erich Kästner auf: „’s geht ’nauszus!“ Bevor es in die Pause ging, stand das obligatorische Auflockerungsprogramm von Melanie Götz mit Bewegung für das ganze Publikum auf dem Programm.

„Wir wollten mehr Möglichkeiten schaffen, sich miteinander zu unterhalten“, beschrieb Seniorenbeirätin Edith Küpper das Ziel der Programmgestaltung. Nach der Auszeit ging es wie gehabt weiter mit dem Wechselspiel zwischen Müller-Ruppert und der in den Worten von Moderator Tamme „schmissigen Musik“ des Salonorchesters mit Sänger Gerhard Kern. Ein wenig karnevalistisch anmutende Elemente kamen zum richtigen Zeitpunkt dazu, um das Publikum wieder aus dem bedächtigen Modus „herauszuheben“.

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Und das musste sein, denn mit den Kinder- und Jugendtanzgruppen der Mosbacher Tanzschule „Tängo“ unter der Leitung von Sandra Roder kam der sportliche Teil des Frühlings in den Saal. Dass die modernen Tänze der drei Gruppen bis hin zu den deutschen Meistern ihrer Altersklasse in „HipHop“ auch den Senioren gefielen, machte der kräftige Applaus deutlich.

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Nachdem zusammen „Geh aus, mein Herz und suche Freud“ intoniert worden war, sprach Moderator Christian Tamme Dankesworte an alle Beteiligten. Mit dem gemeinsamen Singen des „Badnerlied“ klang das einmal mehr gelungene Frühlingskonzert aus.

Aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 5./6. Mai 2018 von Frank Heuß

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