Neuer Standort für Entwicklung und Produktion
29.12.2011 12:59
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In einer Garage hat die Firmengründung nicht stattgefunden, aber in einer Einliegerwohnung in Lobbach. Das war vor acht Jahren und „wurde schließlich zu eng“. Nun hat Firmengründer und Ingenieur Bernd Neubig neue Geschäftsräume in Diedesheim bezogen und nahm zusammen mit seiner Frau Brigitte, Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Vertretern der Stadt, der Wirtschaftsförderung, der IHK und der DHBW die einstige ECE-Fabrikhalle in Beschlag.
Axtal heißt das erfolgreiche Unternehmen, das Bauelemente mit so genannten Schwingquarzen entwickelt und herstellt. Schwingquarze werden eingesetzt, um Frequenzen mit hoher Genauigkeit und Konstanz zu stabilisieren, besonders für die Taktversorgung in digitalen Systemen. „In jedem Auto stecken rund 50 Schwingquarze“, klärte der Geschäftsführer auf. Doch Axtal produziere nicht für den Massenmarkt, sondern man habe sich spezialisiert auf Wetterradare, Militärelektronik und Satellitenkommunikation. „Eben dort, wo hochpräzise gemessen werden muss.“ Mit seinen frequenzbestimmenden Bauteilen habe Axtal Nischen besetzt, anerkannte Prof. Dr. Rainer Klein von der Dualen Hochschule Mosbach, an der Bernd Neubig Dozent war und mit der er künftig als Partnerunternehmen kooperiert. Inklusive der beiden Neubigs beschäftigt Axtal acht Mitarbeiter. Die Produktionsfläche umfasst 500 Quadratmeter. „Das ist dreimal soviel wie am letzten Standort“, sagte der Physiker Neubig. Dass man ihn in der städtischen Existenzrgrnderinitiative Ideenwerkstatt in Mosbach als Mieter verloren habe, bedauerte OB Michael Jann zwar, denn dort wurden wegen des wachsenden Raumbedarfs laufend neue Mietverträge unterzeichnet, doch freute sich der Oberbürgermeister natürlich über die „sehr, sehr erfreuliche Entwicklung“. Dem Lob schloss sich IHK-Geschäftsführer Bernhard Kraft gern an. „Wir als IHK sind verdammt stolz auf solche Betriebe.“ Es seien kleine Mittelständler wie Axtal, die die Wirtschaft in Deutschland antrieben. Anspielend auf das Basismaterial mutmaßte Kraft, dass Neubig wohl irgendwo eine dieser sagenhaften Kristallkugeln besitze, die eine derart prächtige Firmenentwicklung bewirkten. Aus dem Sprachfundus der Physiker entlieh Kraft sich den „Quantensprung“, um so den Fortschritt der Hightechschmiede zu veranschaulichen. „Am Römerring sind Sie in bester Gesellschaft.“ Dass es in der Axtal’schen Firmengeschichte aber immer mit rechten Dingen zuging, „vorsichtig, aber beständig“, das bestätigte Ulrich Blievernicht von Globes Elektronik seinem Geschäftspartner. So solide soll es weitergehen. Mit Sohn Julian Neubig steht die nächste Generation in den Startlöchern. Und Platz ist am Römerring auch noch… Aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 02.12.2011, von Ursula Brinkmann |
29.12.2011 12:59
