"Hafnerei, Fayencen, Majolika"


Ein seltenes Exponat: der SaurüsselDie im Jahr 2002 neu gestaltete Abteilung gibt zu drei Kapiteln des faszinierenden Keramikschaffens von Stadt und Region Auskunft: dem ländlichen Hafnerhandwerk seit dem Mittelalter, der von Kurfürst Carl Theodor gegründeten Mosbacher Fayence-Manufaktur und der Mosbacher Majolika- und Ofenkachelfabrik Nerbel im Industriezeitalter.

 

 

 

• Volkstümlich und künstlerisch

Kurfürst Carl Theodor, Gründer der Mosbacher Fayencenmanufaktur

Der Schwerpunkt der Ausstellung, die rund 300 Teile umfassende Mustersammlung aus dem Produktionsprogramm der Firma Nerbel (1872-1985), ist eine hervorragende Ergänzung der präsentierten umfangreichen Fayencesammlung des Stadtmuseums Mosbach aus der von Kurfürst Carl Theodor gegründeten Manufaktur (1770-1836).

Zusammen mit den "volkstümlichen" Exponaten zur ländlichen Keramik des Odenwaldes verfügt das Museum nun über einen abgerundeten Bestand zu diesem ästhetisch reizvollen und zugleich für die Stadt- und Regionalgeschichte wichtigen Thema.

 

 

 

 

 

 


  • Moderne Präsentation

Vitrine mit ExponatenIn modernen hellen Räumen erfährt der Besucher Details zum Herstellungsprozess mit seinen verschiedenen Arbeitsgängen, zur Fertigung von Alltagsgeschirr, zur Tischkultur des 18. Jahrhunderts oder zum Wandel der Produktpalette hin zu dekorativer Keramik im 19. und 20. Jahrhundert.
Der Bogen spannt sich von der Teilinszenierung einer Töpferwerkstatt, in der jedes Stück individuell gefertigt wurde, bis zum Einbau eines originalen Regals, einer Werkbank und einiger Fußbodenbretter aus dem Formenlager der Majolika-Firma. Hier verdeutlichen zudem zahlreiche, vor dem Verfall bewahrte Gipsmodel die serielle, industrielle Fertigung vieler gleicher Stücke.

 


• Schillernde Welt

Vom einfachen Essteller bis zur humorvollen "Scherzkachel" und "Dauerbrennern" aus den 1970er Jahren: das Spektrum der Stücke ist breit und zeigt auch Überraschendes.

Eine ScherzkachelEine ScherzkachelWalzen-, Birn- und Enghalskrüge nach Vorlagen der bedeutendsten deutschen Fayencemanufakturen des 18. Jahrhunderts sind darunter zu finden, ebenso Zier- und Ofenkacheln aus der Zeit des Historismus, aber auch Schalen, Tisch- und Bodenvasen, Schreibzeug oder figürliche Keramik nach Entwürfen vor allem von regionalen Künstlern - aus der Zeit des Art déco bis in die 1970er Jahre.

Darüber hinaus zeigt die Ausstellung Beispiele künstlerischer Baukeramik mit Wandbildern, Fassadengestaltungen und Denkmälern.

Zusammen mit der Darstellung der sozial-, wirtschafts- und kulturgeschichtlichen Hintergründe wird der Ausstellungsbesuch somit zu einer faszinierenden Reise durch die im wahrsten Sinne "schillernde" Welt der Keramik.

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