Historischer Rundgang II

 

Der historische Rundgang II schlägt in doppelter Hinsicht einen weiten Bogen. Nicht durch, sondern um Mosbach herum führt der Weg.
Der historische Stadtkern, durch den der Historische Rundgang I führt, wird verlassen.

Aber auch außerhalb der einstigen Stadtmauern lässt sich manch bedeutendes Denkmal, manch sehenswertes Industrie- oder Handwerker-Relikt, manch liebenswerter Flecken entdecken. Insgesamt 14 Stationen erzählen von Mosbachs Geschichte. 

An den einzelnen Standorten des Rundgangs finden Sie ausführlichere Hinweistexte, die vom Geschichts- und Museumsverein Mosbach e.V. erarbeitet worden sind. 

Uebersichtplan Stadtrundgaenge I und II

  1.   Die Bachmühle
  2.   Elektrizitätswerk
        (Stadtwerke Mosbach
)
  3.   Das Loretto-Denkmal
  4.   Vom Stadtgarten zur LGS
  5.   Solebrünnlein
  6.   Gutleutanlage
  6a. Villa Weiner
  7.   Kriegerdenkmal
  8.   ehem.
        Franziskanerkloster

  9.   Klostergarten
10.   Kolbenverdichter
        (Duale Hochschule BW)

11.   Villa Hübner
12.   Alte Mälzerei
13.   Schimmelsmühle
14.   Kirche Sankt Cäcilia
15.   Villa Gmeinder
16.   Hardbergplatz
17.   Villa Meckel

 


  Station 1: Die Bachmühle

Die Bachmühle In und um Mosbach hat es einst 14 Mühlen gegeben, die noch heute von der Wichtigkeit des Elements Wasser in der Stadt erzählen. Eine davon ist die Bachmühle am Mühl-, bzw. Gewerbekanal, der drei Mosbacher Mühlen antrieb.

Auf die ursprüngliche Nutzung der Bachmühle folgte eine Zeit als Wasserwerk und Bauhof, bis es 1997 restauriert und für ein Ökozentrum und Restaurant mit Sommerterrasse im mediterranen Innenhof umgebaut wurde.

 


  Station 2: Elektrizitätswerk (Stadtwerke Mosbach)
 
Das Gebäude der Stadtwerke Mosbach -ehemaliges Mosbacher Elektrizitätswerk Mit dem Sandsteinmauerwerk und dem Turm erinnert das Gebäude der Stadtwerke Mosbach / Elektrizitätswerk eher an eine kleine Burg als an ein Industriegebäude aus der Zeit um die vorletzte Jahrhundertwende. 1900 wurde es eingeweiht.

Die damals noch junge Technik der Stromerzeugung wurde in Mosbach seit 1891 genutzt. Das E-Werk ist ein anschauliches Beispiel für historische Industriearchitektur.

 

 

 

 

 

 

 


  Station 3: Loretto-Denkmal

Das Loretto-Denkmal im Landesgartenschaupark Notre Dame de Lorette, eine Kapelle im Hügelland von Lens im nordfranzösischen Kohlerevier, ist die Namensgeberin für das Loretto-Denkmal im gleichnamigen Park, jetzt Teil des Landesgartenschau-Parks.

Es erinnert daran, dass im Ersten Weltkrieg viele junge Mosbacher, Soldaten des 110. Grenadierregiments, in Frankreich ihr Leben ließen. Das Denkmal wurde 1934 eingeweiht. Das Loretto-Denkmal ist kein heroisches Kriegerdenkmal, sondern spiegelt in seiner zurückhaltenden Gestaltung mit einer Gedenkinschrift auf einem Bundsandsteinfindling die Stimmung wieder, in der sich Deutschland nach 1918 befand.

 

 

 

 



  Station 4: Vom Stadtgarten zur LGS 
 
Der Stadtgartensee im Landesgartenschau-Park Der Landesgartenschau-Park direkt an der historischen Altstadt ist neben der Fachwerkaltstadt größter Anziehungspunkt Mosbachs - ein blühendes Naherholungsgebiet. Ein Teil des Parks, der Stadtgarten, wurde 1913/14 gestaltet, Mosbach wollte seinerzeit Luftkurort werden.

1997 richtete Mosbach die 15. baden-württembergische Landesgartenschau aus. Deren Maxime "Aus dem Bestand entwickeln" bezog sich vor allem auf die im Stadtgarten, den Bürgergärten und dem Loretto-Park vorhandene Substanz. Von hier aus entfaltet sich das Konzept von intensivem gärtnerischem Gestalten über naturnahe Bereiche hin zur freien Landschaft. Wasser-, Weiden- und "gewöhnliche" Spielplätze, Kneippanlage, Skater-Street, Seebühne und das Alte Schlachthaus mit dem Kunstverein Neckar-Odenwald machen das Gelände zu einem beliebten Ziel.

 


  Station 5: Solebrünnlein

Der Brunnentempel der Solequelle Der kleine Brunnentempel im Landesgartenschau-Park ist das einzige, das an Mosbachs einstiges Bestreben erinnert, mit einem Gradierwerk eigenes Salz zu gewinnen.

Der Entdeckung der Solequelle 1755 folgten verschiedene Nutzungsversuche von der Saline bis hin zum Gesundbrunnen bzw. der Idee, Mosbach zur Kurstadt auszubauen.
Kurstadt ist die Fachwerkstadt Mosbach nie geworden. Allerdings kann sich seit 1953 jeder hier am Solebrünnlein Solewasser entnehmen. Zudem befindet sich neben dem Brünnle eine Kneippanlage zum Abkühlen während des Rundgangs.


  Station 6: Gutleutanlage

Die Gutleutanlage am Mosbacher Friedhof Die Gutleutanlage besteht aus dem Gutleuthaus, dem Elendshaus und der Gutleutkapelle. Wegen ihrer Geschlossenheit und der bewahrten Ursprünglichkeit zählt die Anlage zu den besterhaltenen Beispielen in Baden-Württemberg.
Die Gutleutanlage diente der Beherbergung von Fremden, Kranken und Alten. Der von einer Mauer umgebene Komplex wurde im 15. Jahrhundert erbaut, aber auch später teilweise erneuert. Die spätgotische Kapelle mit ihren Wand- und Deckenmalereien ist sehr sehenswert.
(Die Kapelle ist zur Zeit nur für Gruppen mit Führung zu besichtigen).


  Station 7: Kriegerdenkmal

Das Kriegerdenkmal Nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 verstärkte sich in Deutschland das Nationalbewusstsein. Ausdruck dieses Patriotismus war eine überaus denkmalfreudige Epoche. Aus dieser Zeit stammt das Kriegerdenkmal, das 1896 auf dem Marktplatz enthüllt wurde.
Seinen heutigen Standort gegenüber der Polizeidirektion Mosbach erhielt es in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts.

 

 

 

 

 

 

 


  Station 8: Ehemaliges Franziskanerkloster

Das ehemalige Franziskanerkloster Den Franziskanern hat Mosbach viel zu verdanken. Als 1688 französische Besatzungstruppen plündernd durchs Land zogen, gelang es mit Hilfe der Mönche, die Brandschatzung Mosbachs zu verhindern.

1808 wurde das Franziskanerkloster aufgelöst - von dem vierflügeligen Klosterbau sind nur wenige originale Bauteile erhalten geblieben.
Heute beherbergt der Gebäudekomplex das Amts- und Landgericht.


  Station 9: Klostergarten

Der Klostergarten am ehemaligen Franziskanerkloster Historisch ist der Klostergarten eigentlich nicht: er entstand anlässlich der Landesgartenschau 1997.

Neben seiner Hauptfunktion als "nachwachsende Apotheke" - mehr als 200 Heilkräuter sind hier versammelt - wurden auch Blumen angepflanzt, deren Symbolik und Schmuckfunktion ebenso bedeutend für das klösterliche Leben waren wie die Heilkraft der Kräuter.

 

 



  Station 10:  Kolbenverdichter (Duale Hochschule Baden-Württemberg)


Der Eingangsbereich der Berufsakademie Die  Duale Hochschule Baden-Württemberg Mosbach  ist seit ihrer Gründung im Jahre 1980 stetig gewachsen und ist heute Aushängschild des umfassenden Bildungsangebotes der Stadt mit überregionaler Bedeutung. 

Der Dampfkolbenverdichter am Haupteingang der DHBW ist ein Symbol für den konventionellen Maschinenbau. Gleichzeitig verdeutlicht er den technologischen Wandel, dem sich eine Einrichtung wie die Duale Hochschule Baden-Württemberg Mosbach in besonderem Maße stellt. 1930 in Siegen gebaut, wurde er bis 1980 in den Deutschen Solvay-Werken in Heilbronn dazu eingesetzt, Kohlensäuregas für das Sodawerk zu verdichten.


  Station 11: Villa Hübner

Die aus Sandstein errichtete Villa Hübner Die Villa Hübner ist ein typisches Beispiel für die Wohnsituation wohlhabender Unternehmer im 19. Jahrhundert.

Die Brauereifamilie Hübner, 1878 nach Mosbach gekommen, etablierte sich in der "Gründerzeit" schnell als einflussreiche Familie in der Stadt. Von 1900 bis 1902 ließ der Bierbrauer und Firmengründer Heinrich Hübner sein Wohngebäude in exponierter Lage im Stil des Historismus mit Blick auf die Stadt errichten. Der etwa 4000 qm große Park - heute befindet sich dort das Obertor-Einkaufszentrum - zog sich bis zur Hauptstraße hinunter. Mit dem Verkauf der Brauerei im Jahre 1980 verlor die Villa ihre Funktion.

 



  Station 12: Alte Mälzerei

Die Alte Mälzerei Die Alte Mälzerei wurde 1908 als Industriegebäude von der Brauerei Hübner (Rundgang I, Nr. 1)  für die Malzverarbeitung erbaut und genutzt. Nach sorgfältigem Umbau wird es seit 1997 als Kultur- und Tagungszentrum der Stadt Mosbach bewirtschaftet.

Unter- und Erdgeschoss bestehen aus Sandstein-Mauerwerk, die darüber liegenden Etagen sind mit Sichtmauerwerk verkleidet. Die bestehende Architektur blieb bei der Verwandlung weitgehend erhalten. Das reizvolle Zusammenspiel zwischen der Dominanz des mächtigen Backsteinkörpers und der Transparenz und Leichtigkeit der vorangestellten gläsernen Eingangshalle ist heute ein architektonischer Blickfang im Mosbacher Stadtbild.


  Station 13: Schimmelsmühle

Die Schimmelsmühle am Kandelbach Der zweite wichtige "Mühlenantreiber" in Mosbach war der Kandelbach. Seit dem Mittelalter setzte er u.a. das Rad der Schimmelsmühle in Gang. Diese kleine Lohnmühle wurde seit 1490 von der Familie Knopf bewirtschaftet, zunächst als Pächter, ab 1803 als Eigentümer.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zählte die Schimmelsmühle wie andere Lohnmühlen zu den Modernisierungsverlierern des Industrialisierungsprozesses.
Das Mühlrad aber dreht sich noch heute im Innenhof eines Cafés.

 


  Station 14: Kirche Sankt Cäcilia

Die Kirche Sanct Cäcilia Die "neue" Kirche Sankt Cäcilia auf dem Berge wurde 1935 in Mosbach eingeweiht. Denn die katholische Gemeinde fand längst nicht mehr genug Platz in der Stiftskirche St. Juliana am Marktplatz (Rundgang I, Nr. 12) , die beiden Konfessionen in getrennten Räumen als Gotteshaus dient .

Auf einer Teilfläche des ehemaligen Gartens des Mosbacher Schlosses entstand St. Cäcilia (Architekt Hans Herkommer). Ihre sakrale Architektur mit der Außenfassade in hellgelbem und rotem Sandstein lässt sich in den Stil der "neuen Sachlichkeit" des frühen 20. Jahrhunderts einordnen.


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