Vortrag des Toxinologen Dr. Dietrich Mebs

Im Rahmen des 20. „Mosbacher Symposiums“, der regelmäßigen Tagung der Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie, findet am Mittwoch, dem 26. April ein Vortrag zum Thema „Leben mit Gift – warum stirbt der Mensch, aber nicht das Tier?“ statt.

Pfeil 23.03.2017 11:25

Im Rahmen des 20. „Mosbacher Symposiums“, der regelmäßigen Tagung der Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie, findet am Mittwoch, dem 26. April um 20 Uhr in der Alten Mälzerei ein Vortrag zum Thema „Leben mit Gift – warum stirbt der Mensch, aber nicht das Tier?“ statt.

Die GTFCh zählt im Bereich der forensischen Wissenschaften zu einer der bedeutendsten Fachgesellschaft Europas. Die Mitglieder sind tätig an Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, in Kriminalämtern und Unternehmen der freien Wirtschaft. Seit vielen Jahren sind die Wissenschaftler und Mediziner der Großen Kreisstadt treu und halten hier im Zweijahresrhythmus ihr „Mosbach-Symposium“ ab. 2017 wird ein kleines Jubiläum gefeiert. Traditionell wird die Tagung mit einem Vortrag für die Mosbacher Öffentlichkeit eingeleitet. Der diesjährige Referent ist Prof. Dr. Dietrich Mebs, der seine Zuhörer in der Alten Mälzerei bereits vor zehn Jahren mit dem Thema „Chemischer Krieg im Tierreich“ fesselte.

GTFCH_Mebs_2017

Mit 22 Jahren fiel Mebs fast selbst einer giftigen Krustenechse zum Opfer. Es hätte nicht viel gefehlt und dies wäre nicht nur seine erste, sondern letzte Erfahrung mit Todesottern, Dickschwanz-Skorpionen, Pfeilgiftfrösche & Co. gewesen. Aber es kam anders: Gifttiere und Gifte sind seither seine große Leidenschaft. Seit 1964 widmet sich der Wissenschaftler giftigen Schlangen und hat den Kriechtieren auch seine Doktorarbeit zum Dr.phil. nat gewidmet.

Der Forscher hat fast die ganze Welt auf der Suche nach Gifttieren bereist, von den Regenwäldern Brasiliens bis zu den Korallenriffen Australiens, wo er auch sein Hobby Tauchen ausgiebig betreiben konnte. Er hat mehrere Lehrbücher, darunter das Standardwerk „Gifttiere“, verfasst. Nicht nur deshalb gilt Mebs unter den weltweit rund 500 Gifttierforschern als Koryphäe.

Bis 2007 war Mebs Forensiker in der Kriminalmedizin und Professor an der Universität Frankfurt. 2007 wurde ihm in Mosbach die Jean Servais Stas-Medaille für Verdienste um die forensischen Wissenschaften verliehen. Nach Eintritt in den „Ruhestand“ machte Mebs sich an die Untersuchung von Giften aus Kegelschnecken, zuletzt waren es u.a. hochgiftige Molche in Kanada. Sein neuestes Buch „Leben mit Gift“ bezeichnet die „Welt“ als „spannend wie ein Krimi“. Mebs berichtet darin z.B. über den beliebten Anemonenfisch, besser bekannt als Nemo, der sich erfolgreich gegen Nesseltentakel behauptet.

In seinem Vortrag zeigt der Giftforscher auf, welche Strategien Tiere entwickelt haben, um mit Gift zu leben und warum die Wirkung bei Menschen eine andere ist: „Leben mit Gift – warum stirbt der Mensch, aber nicht das Tier?“. Toxine greifen mit ausgeklügelten Mechanismen in die Biochemie des Opfers ein. Tierische Gifte können die Blutgerinnung stören, die Atemmuskulatur lähmen oder mit einem komplexen Giftgemisch zum Tode führen. Aber auch die positiven Aspekte von Giften für den Menschen in der Medizin werden beleuchtet.

Interessierte sind herzlich zu dem Vortrag eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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