Künftige Studenten zu Besuch an der DHBW und im Rathaus

20 junge Leute aus sechs europäischen Ländern schnuppern Duale Hochschul-Luft und wurden von Oberbürgermeister Michael Jann im Rathaus empfangen. Aus der RNZ vom 11. August 2017.

Pfeil 11.08.2017 10:50

„Sommer im Schloss“ – das klingt nach entspanntem Ferienprogramm. Ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil. Im Vokabular der Dualen Hochschule Mosbach (DHBW) bedeutet „Sommer im Schloss“ ein vierwöchiges Bewerberseminar für Schüler aus verschiedenen europäischen Ländern, das idealerweise in ein duales Studium mündet. Das „Schloss“ führt das Seminar im Namen, weil die jungen Leute es am Campus Bad Mergentheim durchlaufen. „Sie lernen dort die Duale Hochschule kennen, einige der Partnerunternehmen, und sie lernen intensiv Deutsch“, erklärte Stefan Riedl, der dieses 2014 gestartete Programm betreut.

Deutsch können die jungen Italiener, Ungarn, Bulgaren, Slowaken, Esten und Lettländer bereits gut bis sehr gut. Aus diesen Ländern nämlich kommen 2017 die zwölf jungen Frauen und acht Männer. Mussten sie doch in einem strengen Auswahlverfahren beweisen, dass sie an einem dualen Studium ernsthaft interessiert sind. Gefördert wird das Seminar, das die DHBW Mosbach entwickelt hat und dafür mit einem Preis belohnt wurde, vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Auswärtigen Amtes und der Stiftung „Pro DHBW Mosbach“. 

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Dass nicht nur den Verantwortlichen der Hochschule daran liegt, Nachwuchs zu gewinnen, sondern auch der Stadt Mosbach, zeigt der Empfang, den Oberbürgermeister Michael Jann am Dienstag für die Gruppe ausrichtete. Und so wurden sie im Rathausfoyer über die Vorzüge der Großen Kreisstadt aufgeklärt. Rebeka Kómár aus Ungarn hat von Janns Rede „fast alles verstanden“. Sie interessiert sich für ein Informatik-Studium und macht 2018 an einem bilingualen Gymnasium ihr Abitur. 

Die 18-jährige Tvestoslava Nikolova kommt aus Bulgarien, wie drei weitere Bewerber. „Am dualen Studium gefällt mir, dass es das Gelernte mit der Praxis verbindet“, begründet sie ihre Teilnahme. Dass sie für ein DHBW-Studium die Heimat verlassen muss, schreckt die Schülerin nicht. „Unabhängig von den Eltern zu sein“, findet sie erstrebenswert. Ihr schwebt ein Studium im Bereich „Handel oder Wirtschaft“ vor. Am Fremdsprachengymnasium in Bulgarien ist Deutsch ihr Lieblingsfach.

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Dort berät Eva Zick künftige Studenten. Zick ist Fachschaftsberaterin für Deutsch in Nordbulgarien und – wie DHBW-Rektorin Prof. Dr. Gabi Jeck-Schlottmann – mit ins Mosbacher Rathaus gekommen. Auch Ann-Katrin Müller, die am Mosbacher DHBW-Campus das Auslandsamt leitet, zeigte mit ihrer Präsenz, dass internationale Erfahrungen eine immer größere Rolle spielen. Da Unternehmensbesuche zum Programm gehören, war außerdem der städtische Wirtschaftsförderer Fabian Weiß mit von der Partie. 

Dass der „Sommer im Schloss“ etwas „bringt“, lässt sich aus den Zahlen von 2016 ablesen. Vor einem Jahr kamen 17 junge Teilnehmer nach Bad Mergentheim und Mosbach. „Neun studieren heute bei uns“, vermeldete Riedl. 2015 war Robert Zebec Teilnehmer im Sommerschloss, an das sich für ihn das Studium der Informatik in Mosbach anschloss. „Für mich war das eine sehr gute Option, um unabhängig zu sein“, sagt der junge Mann aus Kroatien. Nun begleitet er seine „Nachfolger“. Die hätten Potenzial, nickte Gabi Jeck-Schlottmann zum Schluss, bevor sie ein ausdrückliches „Auf Wiedersehen!“ folgen ließ.

Aus der Rhein-Neckar-Zeitung von Ursula Brinkmann, vom 11. August 2017.

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