Heimkinderfonds für Menschen mit Behinderung

Die Stiftung Anerkennung und Hilfe möchte das Leid von Kindern und Jugendlichen anerkennen und die Betroffenen bei der Aufarbeitung unterstützen, wenn sie Unrecht und Gewalt in Einrichtungen erfahren haben.

Pfeil 21.12.2017 11:23

Die kommunale Beauftragte für Menschen mit Behinderung im Neckar-Odenwald-Kreis macht auf die Stiftung Anerkennung und Hilfe aufmerksam, die Anfang des Jahres 2017 ihre Arbeit aufgenommen hat.

Die Stiftung Anerkennung und Hilfe möchte das Leid von Kindern und Jugendlichen anerkennen und die Betroffenen bei der Aufarbeitung unterstützen, wenn sie Unrecht und Gewalt in Einrichtungen erfahren haben. Dies gilt für Übergriffe an Kindern und Jugendlichen in den Jahren von 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik bzw. bis 1990 in der DDR, jeweils in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder psychiatrischen Krankenhäusern. Daneben sollen durch eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung die damaligen Zustände in Behinderteneinrichtungen und Psychiatrien in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

Vor allem aber sollen ehemalige Heimkinder, die während der Zeit in Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Kinder- und Jugendpsychiatrie Gewalt und Erniedrigung erfahren haben und an diesen Folgen noch heute leiden, eine Geldleistung in Höhe von 9.000 Euro bekommen. Diese Geldleistung soll die Aufarbeitung unterstützen.

Wer zudem in der Einrichtung arbeiten musste, ohne dass hierfür Sozialversicherungsbeiträge entrichtet wurden, erhält bei einer Arbeitsdauer von bis zu zwei Jahren eine einmalige Rentenersatzleistung von 3.000 Euro, bei einer Arbeitsdauer von mehr als zwei Jahren insgesamt 5.000 Euro.

Informationen zur Stiftung, zur Beratung der finanziellen Unterstützungsleistungen, zur nächst gelegenen Anlauf- und Beratungsstelle und zur Anmeldung findet man auch in leichter Sprache unter www.stiftung-anerkennung-und-hilfe.de. Dort gibt es auch das Angebot, Infobroschüren in leichter oder Alltagssprache, Plakate und weitere Materialien zu bestellen.

Wer weiß oder vermutet, dass ein Mensch mit Behinderung Anspruch haben könnte, sollte diesen ansprechen und auf das Angebot aufmerksam machen. Erniedrigende Erfahrungen können dadurch nicht genommen, Aufarbeitung aber vielleicht ermöglicht werden.

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