Der Jugend fehlen die Kandidaten
Aus der RNZ vom 18.10.2012.
18.10.2012 15:35
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Enthusiasmus sieht anders aus: Gerade mal sieben potenzielle Kandidaten haben sich bislang für die Neuwahl des Jugendgemeinderats der Großen Kreisstadt Mosbach aufstellen lassen. Die bisherige Resonanz auf die anstehende Wahl der Jugendvertretung ist ernüchternd, ja enttäuschend. Von 3. bis 15. November sollen die Jugendlichen (im Alter von 14 bis 20 Jahren) aus dem Stadtgebiet ein Gremium wählen, das in den folgenden beiden Jahren ihre Interessen vertritt und für sie aktiv wird. Das äußerst schwache Interesse an der Jugendgemeinderatswahl bereitet denn auch Anja Spitzer, "Jugendgemeinderatsbeauftragte" bei der Stadt, Sorgen. Erfahrungsgemäß sei es zwar so, dass die Jugendlichen gerne bis kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist warten, dieses Jahr gestalte sich die Suche nach neuen Räten aber doch außergewöhnlich schwierig. Noch bis kommenden Mittwoch, 24. Oktober, können sich Jugendliche aufstellen lassen, die sich aktiv im 13-köpfigen Jugendgremium einbringen möchten. "Ich hoffe schon, dass wir zumindest so viele Bewerber haben, wie Sitze", sagt Anja Spitzer. Zumal man mittlerweile die Werbekampagnen auf die (eigenen) sozialen Netzwerke und den Bekanntenkreis ausgeweitet habe. Teresa Göltl (16), Anna Tsiapkinakis (16) und Isabelle Zundel (17) waren in den letzten beiden Jahren aktiv für ihre Altersgenossen in Mosbach. Und haben Veranstaltungen wie das integrative Europafrühstück, den Poetry Slam, Rocknächte im Jugendhaus oder den Projekttag "Instant Acts" mitorganisiert und umgesetzt. "Das Schöne ist, dass man seine eigenen Ideen einbringen kann", sagt Teresa Göltl, "überraschend frei" sei man, was die Richtungen der Aktivitäten anbelangt, ergänzt Isabelle Zundel. Auch APG-Schülerin Anna Tsiapkinakis zieht grundsätzlich ein positives Fazit der (ersten) beiden Jahre in der Mosbacher Jugendvertretung. Ihre eigentliche Intention - "etwas für die Jugend zu tun" - habe sie umsetzen können. Und so erwägt sie wie ihre Freundin Teresa, noch einmal zu kandidieren. Allerdings würden die schulischen Belastungen nicht eben geringer, folglich ist die Entscheidung bei beiden noch nicht ganz durch. Isabelle Zundel tritt wegen des beginnenden Abiturs nicht mehr an, sagt aber: "Die Arbeit hat mir viel Spaß gemacht, und wir konnten gute Sachen auf den Weg bringen". Dass die guten Ideen der Jugendgemeinderäte nicht immer auch die gewünschte Resonanz fanden, zählte indes auch zu den Erfahrungen, die man im Gremium machte. Wie die weiteren Jugendgemeinderäte (und Anja Spitzer) rühren die drei Mädels aktuell die Werbetrommel. Doch es scheint einfachere Aufgaben zu geben, als potenzielle JGR-Kandidaten zu motivieren. "Manche schreckt die Verbindung zur Stadt ab", berichtet Isabelle Zundel, andere schlicht die möglichen Verpflichtungen. Dabei sind die "Pflichten" nach den Erfahrungen der drei Schülerinnen durchaus zu stemmen. Auf "vielleicht ein, zwei Stunden pro Woche" beziffern sie den Zeitaufwand, den ein aktiver Jugendgemeinderat auf- bzw. einbringen sollte. Wünschen würden sich die Jugendgemeinderäte für die Zukunft ein bisschen mehr Einflussmöglichkeiten, etwa durch eine gemeinsame Stimme im Gemeinderat. "Der Kontakt zum Gemeinderat dürfte ein bisschen enger sein", so das Trio unisono, die Räte dürften ruhig auch mal beim JGR nach dessen Meinung zu bestimmten (vor allem jugendrelevanten) Themen nachfragen. Nun gilt es freilich erst einmal, ein neues Gremium zu finden. Möglichen Kandidaten stehen noch alle Türen offen. Bewerbungen sind bis 24. Oktober möglich. Info: Weitere Informationen zum Jugendgemeinderat und zur Wahl gibt's unter www.mosbach.de/jugendgemeinderat oder auf facebook unter "Jugendgemeinderat Mosbach". Aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 18.10.2012, von Heiko Schattauer |
18.10.2012 15:35